Demografie und Fachkräfte

Die demografischen Veränderungen haben erhebliche Folgen für Wirtschaft und Gesellschaft. Zunehmende Lebenserwartung, weniger Nachwuchs und eine in der Summe schrumpfende Gesamtbevölkerung sind bereits heute in den Kommunen und Unternehmen am Niederrhein spürbar. Die Bewältigung und Gestaltung dieser Entwicklung gehören zu den großen Herausforderungen für die nächsten Jahre und Jahrzehnte.

Eine regionale und lokale Gestaltungsstrategie bedarf einer passgenauen Analyse und Identifikation des demografischen Verlaufs. Um Unternehmen und Kommunen eine Einschätzung der künftigen Herausforderungen zu erleichtern, bietet die Niederrheinische IHK mehrere Analyseinstrumente an:

Wie wirkt sich der demografische Wandel aus?

Die strukturelle Bevölkerungsentwicklung wird die Rahmenbedingungen für Gesellschaft und Ökonomie neu justieren. Zum einen verändert eine sich wandelnde Altersstruktur das Konsumverhalten und die Nachfrage nach Dienstleistungen. Dies betrifft vor allem den Einzelhandel sowie die haushalts- und personenbezogenen Dienstleistungsbranchen. Ändert sich die örtliche Bevölkerungsstruktur, so überträgt sich das unmittelbar auf den Kundenstamm dieser Betriebe. Zum anderen schrumpft das Arbeitskräfteangebot: Während die Gesamtbevölkerung im Bezirk der Niederrheinischen IHK zwischen 2015 und 2040 um etwa fünf Prozent abnehmen wird, sinkt die erwerbsfähige Bevölkerung um 17 Prozent. Das bedeutet in Zahlen rund 140.000 potenzielle Erwerbspersonen weniger. Damit stehen die Unternehmen vor der Herausforderung eines zunehmenden Fachkräftemangels.

Der demografische Wandel trifft aber nicht alle Kommunen am Niederrhein gleichermaßen. Unterschiedliche sozialräumliche Ausgangsbedingungen führen zu einer differenzierten Entwicklung. Während einige Kommunen, vor allem im Kreis Kleve, auch weiterhin Bevölkerung hinzugewinnen können, ist der Einwohnerverlust in anderen Gemeinden überdurchschnittlich stark. Allen Kommunen gemein ist die fortschreitende Alterung ihrer Bevölkerung, wenn auch mit unterschiedlicher Intensität.

Fachkräfte und Auszubildende gesucht

Der immer schwieriger zu deckende Fachkräftebedarf zeichnet sich bereits heute ab. Jedes fünfte Unternehmen sieht nach Aussage einer IHK-Umfrage zum Jahresbeginn 2012 im Fachkräftemangel ein Risiko für die weitere wirtschaftliche Entwicklung. Gerade mittelständische Unternehmen sind künftig darauf angewiesen, im Wettbewerb um Fachkräfte als attraktive Arbeitgeber nach Innen und nach Außen wahrgenommen zu werden. 

Mit dem Demografiekompass, dem Demografierechner und dem Fachkräftemonitor NRW können die regionalen Unternehmen die Entwicklung der Bevölkerungs- und Erwerbstätigenzahlen für ihre Wirtschaftsbranche in den kommenden Jahren einschätzen. Mit diesem Wissen kann frühzeitig auf künftig auftretende Engpässe bei Auszubildenden, Fach- und Führungskräften hingewirkt werden.

Unter dem Stichwort "IHK-Fachkräfteinitiative" richtet die Niederrheinische IHK ein Büro zur Fachkräftesicherung ein, das sich in individuellen Beratungsgesprächen mit den Unternehmen gemeinsam um die richtige Strategie zur Fachkräfterekrutierung und -sicherung kümmert. 

Ihr Ansprechpartner
Definition Demografischer Wandel

Der Begriff „Demografischer Wandel“ findet heute in nahezu allen gesellschafts-politischen Themenfeldern sein Platz. Doch welche Trends der Bevölkerungs-entwicklung werden hierunter zusammengefasst?

1. Das Gesamtzahl der in Deutschland lebenden Bevölkerung nimmt ab;
2. Die Bevölkerung erreicht durchschnittlich ein höheres Lebensalter;
3. Die absolute Zahl an Geburten geht kontinuierlich zurück;
4. Anteilig und absolut nimmt der Anteil von Personen im Rentenalter zu, während die nachfolgenden Generationen zahlenmäßig geringer werden;
5. Durch eine kontinuierliche Zuwanderung steigt der Grad der Internationalisierung.

Diese Entwicklung verläuft in Deutschland regional sehr unterschiedlich. Weitere Effekte, wie selektive Wanderungs- bewegungen oder Anteilsverschiebungen in der Geschlechterstruktur können die Auswirkungen der demografischen Entwicklung regional enorm verstärken oder abmildern. Das ist auch am Niederrhein zu beobachten.