Weniger Vollzeitgründungen im Ruhrgebiet

(14. Dezember 2017) Die Zahl der Unternehmensgründungen ist seit Jahren rückläufig – wobei die Nebenerwerbsgründungen ihren prozentualen Anteil deutlich erhöhen konnten. Dies sind zwei Kernergebnisse des Gründerreports Ruhr 2017, den die Industrie- und Handelskammern des Ruhrgebietes, zu denen auch die Niederrheinische IHK Duisburg-Wesel-Kleve gehört, vorgelegt haben.

Weist die Statistik für 2012 noch fast 24.000 Neugründungen im Ruhrgebiet aus, so hat sich die Zahl bis ins Jahr 2016 auf knapp 20.000 verringert. Im Bezirk der Niederrheinischen IHK verläuft die Entwicklung parallel. So ist die Zahl der Vollerwerbs-Neugründungen im Zeitraum 2012 bis 2016 um 850 auf 4.950 gesunken. Hauptgrund für diese Entwicklung ist nach Expertenansicht die gute Konjunktur und die sich dadurch ergebende gute Lage auf dem Arbeitsmarkt. Dies bedeutet: Es gibt weniger Gründungen aus wirtschaftlicher Not heraus. Das Gründungsgeschehen im Ruhrgebiet unterscheidet sich dabei nicht wesentlich von dem in ganz NRW: Wie auch früher schon kommt fast jeder dritte Neugründer aus der Metropole Ruhr. Dabei klafft über die Jahre die Schere zwischen Neugründungen und Unternehmensaufgaben immer stärker auseinander. Das heißt: Neugründungen können den Verlust an Betrieben statistisch nicht auffangen.

Mehr Gründungen im Nebenerwerb

Eine weitere Gründungstendenz, die die IHK-Experten registrieren: Die Gründungen im Nebenerwerb steigen Jahr für Jahr. War die Zahl der Gründungen im Jahr 2012 noch fast doppelt so hoch wie die Zahl der Nebenerwerbsgründungen, hat sich der Unterschied bis heute mehr als halbiert. Für den Bezirk der Niederrheinischen IHK bedeutet dies in Zahlen, eine Erhöhung von 3.071 im Jahr 2012 auf 3.660 im Jahr 2016.

Mehr als die Hälfte aller Gründungen im Vollerwerb findet – und dies konstant über die letzten Jahre – im Dienstleistungssektor statt. Besonders beliebt bei Gründungen im Dienstleistungssektor ist und bleibt die Gastronomie mit rund einem Viertel aller Vollzeitgründungen. Deutlich hinter den Zahlen im Dienstleistungsbereich: die Produktion mit 25-Prozent-Gründungsanteil und der Handel mit 22 Prozent.

Besonders beliebt sind Vollzeitgründungen in der Produktion im Bereich „Vorbereitende Baustellenarbeiten, Bauinstallation und sonstiges Ausbaugewerbe“, also z. B. Maler-, Putz- und Installationsarbeiten. Sie machen etwa 87 Prozent aller Gründungen im produzierenden Bereich und 22 Prozent der Gründungen insgesamt aus. Schaut man in den Handelssektor, dann ist auffällig, dass die Einzelhandelsgründungen im Nebenerwerb um mehr als 20 Prozent über den Vollerwerbsgründungen liegen.

Jeder dritte Gründer mit ausländischem Pass

Was die IHKs auch festgestellt haben: Die Gründer im Ruhrgebiet sind überwiegend männlich. Der Frauenanteil liegt bei mageren 28 Prozent – unter Landesdurchschnitt. In der Stadt Duisburg und in den Kreisen Wesel und Kleve ist dieser Anteil mit 29,4 Prozent nur leicht höher. Und: Jeder dritte Gründer im Ruhrgebiet und im Bezirk Niederrhein hat einen ausländischen Pass – das ist über Landesdurchschnitt.

Der komplette Gründerreport steht unter www.ihk-niederrhein.de/IHK-Gruenderreport-NRW-2017  als Download zur Verfügung.