Brücken

Der Niederrhein ist bekannt als wasserreiche Region. Neben dem Rhein finden sich hier viele Flüsse und Kanäle. Daher kommt den Brücken gerade auch in unserer Region eine besondere Bedeutung zu. Sie stellen sicher, dass Menschen und Güter auf schnellem Weg mobil sein können.

Die Erfahrung zeigt, dass Brücken zumeist das schwächste Glied in einer Verkehrskette sind und immer stärker zur Achillesferse des Wirtschafts- und Logistikstandortes werden. Schmerzhaft wurde dies im November 2012 deutlich, als die A 1-Rheinbrücke in Leverkusen ohne Vorankündigung für Fahrzeuge über 3,5 Tonnen gesperrt werden musste. Gravierende Risse an den Trägern waren der Grund für die Sperrung, die drei Monate andauerte.

Die Rheinbrücke der A 40, die Duisburg und Moers verbindet, ist baugleich zur A 1-Brücke, jedoch in geringerem Maße belastet. Aber auch hier – wie an vielen anderen Brücken – lauert Gefahr. Die Auswirkungen von Sperrungen sind für die Transporteure die verladende Wirtschaft immens: Umleitungen mit entsprechendem Zeitverlust, erhöhter Kraftstoffverbrauch und auch vermehrter Personaleinsatz führen zu zusätzlichen finanziellen Belastungen und schädlichen Umweltauswirkungen.

Die Sperrung der A 1-Brücke führte zu umfangreichen Nachberechnungen aller Brücken nicht nur in Nordrhein-Westfalen. 375 Autobahnbrücken, die entweder besonders alt oder besonders belastet sind, sollen allein in nachberechnet werden. Schon nach den ersten Nachberechnungen geht das Landesverkehrsministerium von Sanierungskosten in Höhe von 4,5 Mrd. Euro in den nächsten zehn Jahren aus.

Auch der Gesamtzustand der Brücken an den Landesstraßen wird im Straßenzustandsbericht des Landes mit nahezu 50 Prozent als kritisch/ungenügend noch gerade ausreichend bewertet. Duisburger Brücken wie die Stahlbrückenkonstruktion am Marientor und der Ruhrorter Brückenzug stehen unter besonderer Beobachtung.

Das Beispiel Leverkusen zeigt: Dem Wirtschaftsverkehr drohen neben Lkw-Fahrverboten aufgrund von Lärmaktions- oder Luftreinhalteplänen weitere Einschränkungen. Die Niederrheinische hat daher vorgeschlagen, den Dialog seitens der Politik mit den Verantwortlichen auf regionaler Ebene zu intensivieren. Darüber hinaus haben wir dem Landesverkehrsminister vorgeschlagen, die verkehrlichen Auswirkungen bei verschiedenen Notfallszenarien untersuchen zu lassen.

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