Umweltzone Ruhrgebiet: Verschärfung betrifft tausende Nutzfahrzeuge / Ausnahmegenehmigungen schnellstens beantragen

(19. Dezember 2012) In der Umweltzone Ruhrgebiet, die auch Duisburg betrifft, gelten ab 1. Januar 2013 schärfere Vorschriften. Darauf weist die Niederrheinische Industrie- und Handelskammer Duisburg-Wesel-Kleve hin. So dürfen ab Jahresbeginn grundsätzlich nur noch Fahrzeuge mit grüner oder gelber Plakette verkehren. Für Unternehmen, die Nutzfahrzeuge mit roter Plakette im Einsatz haben, bedeutet dies eine erhebliche Verschärfung ihrer Situation. Die IHK rät den Betrieben zur Eile, sich um Ausnahmegenehmigungen zu bemühen.

Laut Niederrheinischer IHK waren zu Beginn dieses Jahres in Duisburg noch gut 1.100 Nutzfahrzeuge mit einer roten Plakette zugelassen. Damit hat sich der Wert gegenüber dem Vorjahr um knapp 20 Prozent reduziert. Nach Schätzungen der IHK dürfte die Zahl ruhrgebietsweit bei etwa 10.000 betroffenen Nutzfahrzeugen liegen. Ocke Hamann, Verkehrsexperte bei der IHK: „Die Gewerbetreibenden haben unter teils hohen Anstrengungen in neue Fahrzeuge mit geringerem Schadstoffausstoß investiert. Aber nicht alle Betriebe konnten die Investition stemmen. Manche nutzten Härtefallregelungen. Diese Möglichkeit besteht unter bestimmten Umständen jetzt auch.“

Die IHK rät daher den Unternehmen, die noch Fahrzeuge mit roter Plakette im Einsatz haben, sich schnellstmöglich um eine Ausnahmegenehmigung zu kümmern. Wer erst zwischen Weihnachten und Neujahr beim zuständigen Amt vorstellig werde, dürfe nicht erwarten, rechtzeitig zum 1. Januar eine Ausnahmeerlaubnis zu bekommen. Die Ausnahmegenehmigungen sind von Duisburger Unternehmen schriftlich mit einem speziellen Antragsformular beim Amt für Stadtentwicklung und Projektmanagement zu beantragen.

Vorsorglich weist die Niederrheinische IHK die Unternehmen darauf hin, dass die Stufe 3 des Luftreinhalteplans, der auf eine EU-Richtlinie zurückgeht, ab Juli 2014 greift. Dann dürfen nur noch Fahrzeuge mit einer grünen Plakette die Umweltzone befahren. Nach Schätzungen der IHK würden dann von der Verschärfung noch einmal rund 3.000 Nutzfahrzeuge in Duisburg, im Ruhrgebiet etwa die zehnfache Menge, betroffen sein. Hamann: „Innerhalb von zweieinhalb Jahren sind damit über 40 Prozent aller Nutzfahrzeuge grundsätzlich auszutauschen oder nachzurüsten –  eine große Herausforderung gerade für mittlere und kleine Betriebe, die, wie etwa Umzugsunternehmen oder Handwerker, geringe Fahrleistungen mit ihren Fahrzeugen erbringen.“

Die IHK betont, dass Umweltzonen den Wirtschaftsverkehr besonders belasten. Der Straßenverkehr trage jedoch nur zu einem geringen Teil zur Feinstaubbelastung bei. Bisherige Fahrverbote hätten bei erheblichem Aufwand  kaum erkennbare Entlastungen gebracht. Im Übrigen sei das Instrument „Fahrverbot“, anders als oft kolportiert, gar nicht von der EU vorgegeben. Es gebe zahlreiche andere Maßnahmen.

Ansprechpartner bei der Niederrheinischen IHK für die Unternehmen: Thorsten Kuhlmann, Telefon 0203 2821-278, E-Mail kuhlmann@niederrhein.ihk.de.

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