Umfrage bei Unternehmen am Niederrhein: Aufschwung hat an Kraft gewonnen

IHK-Konjunkturklimaindex erreicht neuen Spitzenwert

Mit der wirtschaftlichen Entwicklung am Niederrhein geht es seit nunmehr einem Jahr konstant aufwärts. Die Auftragsbücher der Unternehmen sind gut gefüllt, die Investitionsbereitschaft nimmt weiter zu, und der Aufschwung macht sich auch auf dem Arbeitsmarkt bemerkbar. Dies geht aus der aktuellen Konjunkturumfrage der Niederrheinischen Industrie- und Handelskammer Duisburg-Wesel-Kleve hervor, an der sich rund 280 Unternehmen mit 45.000 Beschäftigten beteiligt haben.


Laut IHK-Umfrage sind 89 % der Betriebe mindestens zufrieden mit ihrer wirtschaftlichen Situation, darunter 38 %, die sogar die Konjunkturnote „gut“ vergeben (Herbst 2010: 32 %). Ein Grund hierfür ist die Auftrags- und Ertragslage, die sich im Jahresverlauf spürbar verbessert hat. Auch für die kommenden Monate gehen die Unternehmen davon aus, dass das Wachstum anhält, jedoch mit verringerter Stärke. IHK-Hauptgeschäftsführer Dr. Stefan Dietzfelbinger: „Die wirtschaftliche Erholung findet auf breiter Basis statt. Das zeigt sich auch in den Plänen vieler Betriebe, die zusätzliche Mitarbeiter einstellen wollen.“


Aktuell ist der IHK-Konjunkturklimaindex, der die regionale wirtschaftliche Lage sowie die Erwartungen der Unternehmen zusammenfassend widerspiegelt, auf den bisherigen Höchststand von 127 Punkten angestiegen (Herbst 2010: 124). Der Vergleich mit der Talsohle im Krisenjahr 2009 (77 Punkte) verdeutlicht dabei sowohl Ausmaß als auch Tempo des wirtschaftlichen Wachstums.


Erwartungen sind überwiegend zuversichtlich

Mit Blick auf den weiteren Jahresverlauf ist mit einer stabilen Entwicklung zu rechnen. Dafür sprechen die gegenwärtig gute Ausgangslage, der Nachfrageschub, das niedrige Zinsniveau und die zunehmende Zahl offener Stellen. So kommen derzeit auf jedes Unternehmen, das mit einer Abschwächung rechnet, fünf Betriebe mit positiven Erwartungen (7 : 35 %). Es werden aber auch Risiken für die weitere Entwicklung gesehen. Dazu gehören die steigenden Energie- und Rohstoffkosten, der sich verstärkende Fachkräftemangel und die Diskussion um die Stabilität in der Eurozone.


Binnennachfrage treibt den Aufschwung

Die günstige Beschäftigungssituation stärkt die Kaufkraft, und die Investitionsausgaben nehmen im Zuge des Aufschwungs deutlich zu. Beides führt zu einem Nachfrageschub. Nach Branchen unterteilt ergibt sich folgendes Bild: In der Industrie verzeichnet mittlerweile jedes zweite Unternehmen (49 %) steigende Auftragseingänge. Dieser Anteil hat sich binnen eines Jahres mehr als verdoppelt. In der regional prägenden Metallindustrie liegt der Anteil der positiven Stimmen derzeit sogar bei einem Spitzenwert von 76 %. Entgegen dem Trend hinkt die Bauwirtschaft der Aufwärtsentwicklung noch hinterher.


Im Dienstleistungsbereich kommen auf jedes Unternehmen mit Umsatzeinbußen (14 %) mehr als vier Betriebe (59 %) mit steigenden Einnahmen. Auch der Handel meldet Zuwächse. Betrieben, die über Umsatzrückgänge klagen (25 %), stehen mehr als doppelt so viele mit Steigerungen gegenüber (52 %). Vor einem halben Jahr hielten sich positive und negative Stimmen noch die Waage.


Exportquote auf hohem Niveau

Der Außenhandel floriert wieder. In der Industrie stehen jedem Unternehmen mit rückläufigen Auftragseingängen aus dem Ausland (10 %) fast vier Betriebe mit Zuwächsen (37 %) gegenüber. Das gute Auslandsgeschäft spiegelt sich auch in den Exporterwartungen für die nächsten Monate wider. Nur 5 % rechnen kurzfristig mit Exporteinbußen, 32 % hingegen mit weiteren Zuwächsen.


Anhaltend positiver Trend bei Inlandsinvestitionen

Die Investitionsbereitschaft steigt. Im Branchendurchschnitt möchte nahezu jeder dritte Betrieb (30 %) sein Investitionsbudget im Vergleich zum Vorjahr weiter aufstocken. In der Industrie sind dies sogar 41 %. Unvermindert hoch ist die Auslastung der industriellen Produktionskapazitäten mit durchschnittlich 82 %. In jedem vierten Unternehmen (26 %) reichen die Kapazitäten nicht mehr aus, so dass Erweiterungen vorgesehen sind.


Beschäftigung: gute Aussichten

Der Arbeitsmarkt bleibt weiterhin robust. So kommen auf jeden Betrieb, der für 2011 von einer eher rückläufigen Belegschaftszahl ausgeht (13 %), nahezu zwei Betriebe mit positiven Beschäftigungserwartungen (23 %). Noch vor einem Jahr war dieses Verhältnis genau umgekehrt (23 : 12 %). Zwei von drei Unternehmen (64 %) gehen von einer stabilen Beschäftigungslage aus.


(8. Februar 2011)

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