Tourismus ist ein starkes Stück Rheinland

(27. Oktober 2017) Das Rheinland generierte 2016 mit 27,3 Millionen Übernachtungen mehr als die Hälfte aller gewerblichen Übernachtungen Nordrhein-Westfalens und erzielte damit ein Rekordergebnis. Von 2011 bis 2016 stieg demnach der Marktanteil von 53,6 auf 55,1 Prozent bezüglich der Gesamtnachfrage in NRW. Auch die Aussichten für 2017 stimmen positiv: So liegen die Übernachtungen in den Monaten Januar – August schon 5,3 Prozent über den Vorjahreswerten. „Der Tourismus ist ein wichtiges Standbein der Wirtschaft im Rheinland“, sagte Gastgeber Dr. Hubertus Hille, Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer (IHK) Bonn/Rhein-Sieg, bei der Präsentation des ersten Tourismusbarometers Rheinland gestern (26.10.) auf dem Drachenfels in Königswinter bei Bonn. Die IHK-Initiative Rheinland (Aachen, Bonn/Rhein-Sieg, Düsseldorf, Duisburg/Wesel/Kleve, Köln, Mittlerer Niederrhein und Wuppertal-Solingen-Remscheid) hat mit Unterstützung der IHK für Essen, Mülheim an der Ruhr, Oberhausen zu Essen ein Tourismusbarometer Rheinland entwickelt, das Auskünfte über den Tourismus im Rheinland gibt und so das bereits länger bestehende Tourismusbarometer für Westfalen nunmehr ergänzt.


Christoph Dammermann, Staatssekretär im NRW-Wirtschaftsministerium: „Der Tourismus ist als Wirtschaftsfaktor von erheblicher Bedeutung für Nordrhein-Westfalen. Die Branche steht jetzt vor einem großen digitalen Wandlungsprozess. Jede neue Generation von Reisenden ist noch digitaler unterwegs, als die vorhergehende. Diese Kunden erwarten eine hervorragende digitale Infrastruktur. Es muss sichergestellt werden, dass die vielen kleinen, regionalen und oft traditionsreichen Betriebe, die die Tourismusbranche in Nordrhein-Westfalen prägen, hier nicht den Anschluss verlieren. Dabei wollen wir sie als Landesregierung unterstützen.“ 


Alle acht touristischen Regionen des Rheinlands verbuchten 2016 eine positive Übernachtungsbilanz gegenüber 2011, doch war im gleichen Zeitraum eine starke bundesweite Dynamik festzustellen. Die Zahl der Schlafgelegenheiten (Betten und Campingplätze) stieg von 2006 bis 2016 im Rheinland um 18,2 Prozent und damit überproportional zum Bund (+7,1 Prozent) und Land (11,7 Prozent). Auch der Incoming-Tourismus (Reisende aus dem Ausland) ist im Rheinland von hoher Bedeutung: Kommen in Deutschland etwa 18 Prozent der Gäste aus dem Ausland, so sind es im Rheinland 27 Prozent, in den großen Rheinlandstädten sogar bis zu 40 Prozent. Das Gastgewerbe kam 2016 im Rheinland auf 102.825 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte (+13,7 Prozent seit 2013) und 108.175 geringfügig Beschäftigte (+3,7 Prozent seit 2013).


Mit 4,4 Millionen Übernachtungen ist der Niederrhein die drittstärkste Region nach Köln und Düsseldorf. Er verzeichnet die höchste Steigerung bei den Übernachtungszahlen unter den Rheinland-Regionen. Bei einer Bettenauslastung von nur 38,7 Prozent besteht am Niederrhein allerdings noch Aufholbedarf. Und auch beim Tagestourismus zeigt das Tourismusbarometer, dass die Niederländer als größte ausländische Gästegruppe in erster Linie in die Eifel und die Region Aachen reisen.
„Wir können mit der Entwicklung des niederrheinischen Tourismus durchaus zufrieden sein. Wenn es uns jetzt noch gelingen würde, alle Städte und Kreise des Niederrheins unter dem Dach der Niederrhein Tourismus GmbH zusammenzuführen und die Region aus einer Hand zu vermarkten, könnte das weiteren Auftrieb geben“, sagt Alisa Geimer, Tourismusreferentin der Niederrheinischen IHK


Die IHK-Initiative Rheinland wünscht sich von Politik und Landesregierung,  sich für bessere Rahmenbedingungen einzusetzen. „Kleine und mittlere Betriebe geraten zunehmend unter stärkeren Wettbewerbsdruck durch Konzentrationsprozesse im Tourismusgewerbe – auch die Themen Digitalisierung und Unternehmensnachfolge sind weitere Herausforderungen“, so Hille. Die IHKs begrüßen die Ankündigung der neuen Landesregierung, die Hygieneampel abschaffen zu wollen. Hille: „Nicht zuletzt wird es die Betriebe erfreuen, wenn die Landesregierung – wie angekündigt – den Bürokratieabbau vorantreibt.“