Teilzeitberufsausbildung

Ausbilden in Teilzeit - Ein Gewinn für Betrieb und Familie

Vor dem Hintergrund der bereits heute spürbaren und sich weiter verschärfenden demografischen Herausforderungen eröffnet die Teilzeitberufsausbildung jungen Eltern und Betrieben neue Chancen: Junge Eltern in Familienverantwortung finden hierüber Zugang zum Ausbildungs- und Arbeitsmarkt, Betrieben steht ein zusätzliches Instrument zur Sicherung ihres Fachkräftenachwuchses zur Verfügung, zugleich werden sie in die Lage versetzt, einen Beitrag zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu leisten.

Die Teilzeitausbildung wurde erstmals mit der Änderung des Berufsbildungsgesetzes zum 1. April 2005 in einem Gesetzestext geregelt (§ 8 Abs. 1 und 2).

Bei berechtigtem Interesse des Auszubildenden kann eine Teilzeitausbildung angetreten werden. Berechtigtes Interesse liegt beispielsweise dann vor, wenn die Auszubildenden ein eigenes Kind, einen pflegebedürftigen Angehörigen betreuen oder wenn krankheitsbedingte Gründe vorliegen. Besteht Einigkeit zwischen dem Ausbildenden und dem Auszubildenden, die tägliche oder wöchentliche Ausbildungszeit zu verkürzen und beträgt diese Verkürzung nicht weniger 25 Wochenstunden (einschließlich Berufsschule), so bleibt die reguläre Ausbildungszeit unverändert. Eine darüber hinaus gehende Verkürzung der wöchentlichen Ausbildungszeit führt in der Regel zu einer entsprechenden Verlängerung der Gesamtausbildungszeit.


Wie funktioniert die Teilzeitausbildung?

Insbesondere in folgenden Fällen ist eine Teilzeitausbildung für Betriebe attraktiv:

  • Eine Ihrer Auszubildenden ist schwanger und es stellt sich die Frage: Wie soll die Ausbildung sinnvoll zu Ende geführt werden?
  • Sie haben von einer jungen Mutter oder einem jungen Vater eine interessante Bewerbung erhalten und wollen den Bewerber bzw. die Bewerberin gerne einstellen.

So kann es ablaufen

  • Der Ausbildungsberater der Niederrheinischen IHK berät Betrieb und Auszubildenden.
  • Betrieb und Auszubildende einigen sich auf eine reduzierte wöchentliche Stundenzahl zwischen 20 und 30 Wochenstunden.
  • Alle Vertragspartner sprechen ab, zu welchen Zeiten diese Stunden geleistet werden (Vormittag, Nachmittag, Abend, Wochenende, Arbeitszeitkonto).
  • Der Berufsschulbesuch erfolgt regulär (wie bei einer Vollzeitausbildung)
  • Der Ausbildungsvertrag wird um eine Zusatzvereinbarung  ergänzt, in der die Teilzeitausbildung schriftlich geregelt wird.


Checkliste für Teilzeitausbildungsbetrieb

Wenn Ihr Unternehmen eine Teilzeitausbildung anbieten möchte, sollten Sie folgende Schritte beachten:

  • Melden Sie Ihren Ausbildungsplatz der IHK und der Arbeitsagentur.
  • Sprechen Sie die Ausbildungszeiten mit dem Auszubildenden im Hinblick auf die Kinderbetreuungszeiten ab.
  • Füllen Sie den Berufsausbildungsvertrag aus und ergänzen Sie diesen um einen entsprechenden Vertragszusatz für Teilzeitauszubildende.
  • Tragen Sie einen Hinweis auf Teilzeitausbildung ein (im IHK-Vertrag unter Punkt H)
  • Berechnen Sie die Ausbildungsvergütung prozentual zur Wochenarbeitszeit.
  • Ermitteln Sie bei Bedarf den abweichenden Urlaubsanspruch.
  • Füllen Sie die sachlich-zeitliche Gliederung der Berufsausbildung aus und passen Sie diese gegebenenfalls an .
  • Melden Sie die Teilzeitauszubildende bei dem Berufskolleg/der Berufsschule an und weisen Sie auf die Teilzeitausbildung hin.
  • Informieren Sie Ihre Mitarbeiter über die Teilzeitausbildung.

Weitere Informationen zur Teilzeitausbildung entnehmen Sie bitte dem IHK-Flyer Ausbildung in Teilzeit (988,38 KB) oder der Power-Point-Präsentation  zum Thema Teilzeitausbildung.