Studie Handel³: Ladeninhaber stärken das Gemeinwohl

(19. Februar 2016) Der Einzelhandel spielt für das soziale Miteinander in Städten und Gemeinden eine wichtige Rolle, zeigt die aktuelle Studie „Handel³ – die dritte Dimension des Einzelhandels“. Die Studie ist im Auftrag der Industrie- und Handelskammern in NRW entstanden, zu denen auch die Niederrheinische IHK Duisburg-Wesel-Kleve zählt. Für die Branche selbst, aber auch für Politik und Verwaltung lassen sich daraus konkrete Handlungsempfehlungen ableiten.

Ein aktiver Einzelhandel belebt Städte und Gemeinden und leistet damit einen wichtigen Beitrag für deren Attraktivität. Die Studie „Handel³ – die dritte Dimension des Einzelhandels“ hat das gesellschaftliche Engagement der Händler an 16 Einzelhandelsstandorten im ganzen Land untersucht. Das Ergebnis: Mehr als 70 Prozent der Einzelhändler in NRW engagieren sich aktiv für ihre Stadt oder Gemeinde. Dieses Engagement reicht von ehrenamtlichen Arbeiten über Sachleistungen bis hin zu Geldspenden.

Im Schnitt bringt jeder Einzelhändler pro Jahr zwischen 1.400 Euro in kleineren Gemeinden bis hin zu 1.900 Euro in Großstädten auf. Gut ein Drittel aller Spenden, die Zuwendungsempfänger wie zum Beispiel Einrichtungen aus den Bereichen Kinder und Jugend, Kunst, Kultur und Brauchtum sowie Sport und Freizeit erhalten, kommen aus der Wirtschaft, davon rund die Hälfte von Einzelhändlern. Eine häufig unterschätze Bedeutung hat der Handel auch als Ort der Kommunikation. Denn jeder Einzelhändler investiert mehr als zwei Stunden pro Tag in das persönliche Gespräch, also den Small-Talk mit den Kunden.

In Dinslaken, das als Modellstadt aus dem Bezirk der Niederrheinischen IHK für die Studie herangezogen wurde, sind 73 Prozent der Einzelhändler über ihre betriebliche Tätigkeit hinaus etwa in einer Interessengemeinschaft aktiv. Im Schnitt unterstützt jeder Dinslakener Einzelhändler das Gemeinwohl in der Stadt jährlich mit 1.400 Euro in Form von Spenden, Sponsoring oder Sachleistungen. Zudem ist der Einzelhandel ein wichtiger Arbeitgeber: 12 Prozent oder 2.170 aller sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in Dinslaken sind im Einzelhandel angestellt.

„Den Wenigsten ist bewusst, dass der Handel erheblich zum Gemeinwohl beiträgt“, sagt Michael Rüscher, Geschäftsführer der Niederrheinischen IHK. „Der Handel muss deshalb künftig seine Bedeutung für die Kommune deutlicher herausstellen.“ Nur 28 Prozent der Kunden gaben bei einer aktuellen Verbraucherbefragung an, dass ihnen das Engagement des Handels bekannt ist. Politik und Kommunen sind ebenfalls gefordert, Initiativen zu unterstützen und die Umsetzung von Projekten zu fördern. Dies betrifft etwa verkaufsoffene Sonntage, die für den Handel von einer immer größeren Bedeutung werden. Weil die Ladenleerstände vielerorts zunehmen, sind auch die Immobilieneigentümer gefordert, sich einzubringen. „Leerstehende Ladenlokale wirken sich negativ auf das Stadtbild aus. Hier müssen wir ansetzen. Dafür müssen die Eigentümer mit an den Tisch“, so Rüscher.

Die Studie, die von der Niederrheinischen IHK und weitere IHKs aus NRW beauftragt wurde, steht zum Download zur Verfügung unter www.ihk-niederrhein.de/Studie-Handel.

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