Ruhr-IHKs stellen aktuelle Studie vor: Anzahl ausländischer Unternehmen deutlich gewachsen

Die Ruhrwirtschaft wird internationaler: Von etwas mehr als 243.000 IHK-zugehörigen Unternehmen im Ruhrgebiet sind fast 25.600 ausländischer Herkunft. „Das bedeutet, dass bereits mehr als jeder 10. IHK-zugehörige Betrieb im Ruhrgebiet von einem ausländischen Mitbürger gegründet wurde oder sich im ausländischen Mehrheitsbesitz befindet“, fasst Dr. Thomas Hanicke, Geschäftsführer und Leiter der Abteilung Außenwirtschaft der Niederrheinischen Industrie- und Handelskammer (IHK) Duisburg-Wesel-Kleve zu Duisburg, das zentrale Ergebnis bei der Vorstellung der aktuellen Untersuchung „Ruhrwirtschaft International 2015/16 – Ausländische Unternehmen im Ruhrgebiet“ zusammen. Die Untersuchung wurde von den sechs IHKs im Ruhrgebiet – das sind die IHKs Dortmund, Duisburg, Essen, Hagen, Mittleres Ruhrgebiet und Nord Westfalen (Emscher-Lippe-Region) – durchgeführt.

Nach 2008 haben die IHKs erneut den Bestand der ausländischen Unternehmerschaft in Handel, Dienstleistungen und Industrie analysiert. Erfasst wurden Betriebe, die in das Handelsregister (HR) eingetragen sind oder sich als Kleingewerbetreibende (KGT) angemeldet haben. Interessant dabei: Während die Gesamtzahl der IHK-zugehörigen Unternehmen im Ruhrgebiet seit 2008 nur um ca. drei Prozent gestiegen ist, hat die Anzahl ausländischer Unternehmen im selben Zeitraum um nahezu 50 Prozent zugenommen. Dabei ist der Anteil der ausländischen HR-Unternehmen überproportional um rund 90 Prozent auf 3.030 gestiegen, die Zahl der Kleingewerbetreibenden „nur“ um 45 Prozent auf 22.568.


Die Unternehmen kommen aus fast 160 Ländern: Am häufigsten angesiedelt haben sie sich im Bezirk der IHK zu Essen (6.292) und der IHK Nord Westfalen (6.010). Ihnen folgen die IHK-Bezirke Dortmund (5.038), Duisburg (4.143), Mittleres Ruhrgebiet (2.749) und Hagen (1.366).

Mehr als ein Viertel der ausländischen KGT haben einen türkischen Ursprung (6.306) und gründen meist im Einzelhandel. An zweiter Stelle stehen – wie 2008 – KGT aus Polen (3.995), die am häufigsten im Baugewerbe tätig sind.

Bei den HR-Unternehmen ergibt sich ein anderes Bild. Wie bereits 2008 belegt das Königreich der Niederlande mit einer Anzahl von 574 Betrieben die Spitzenposition bei den Herkunftsländern. Vom dritten auf den zweiten Platz vorgerückt ist die Schweiz (257). Das „Siegertreppchen“ komplettieren die USA (248), die sich um zwei Plätze verbessern konnten.

Die Region der Niederrheinischen Industrie- und Handelskammer ist zunächst dadurch gekennzeichnet, dass mit dem Kreis Kleve etwa die Hälfte der Fläche mit einem Drittel aller Unternehmen nicht zum Ruhrgebiet im Sinne der RVR-Definition gehört und damit nicht im Hauptfokus der Untersuchung stand. Die Zahlen für den gesamten IHK-Bezirk wurden aber ebenfalls erhoben und ergeben folgendes Bild:

Von den 1.595 HR-Unternehmen in der Region der Niederrheinischen Industrie- und Handelskammer stammen mit 907 mit großem Abstand die meisten Unternehmen aus den Niederlanden. Das sind mehr als im gesamten Ruhrgebiet. Es folgen die Schweiz (103), USA (80) und Großbritannien (64). Von den 4.413 ausländischen Kleingewerbetreibenden im IHK-Bezirk sind 1.595 türkischer Herkunft, auf den Plätzen folgen die Niederlande (592) und Polen (331).

Vertreter der ausländischen Unternehmen, die in der Untersuchung stellvertretend für die ausländische Unternehmerschaft zu Wort kommen, heben als besonders positive Standortfaktoren die hohe fachliche Qualität der Mitarbeiter, die zentrale Lage des Ruhrgebiets in Europa und die gute Infrastruktur im internationalen Vergleich hervor: „Seit über 30 Jahren produzieren wir Tailored Blanks, also lasergeschweißte Leichtbaulösungen für die Automobilindustrie an den Standorten Duisburg und Gelsenkirchen. Wesentlicher Treiber für das Engagement der chinesischen WISCO Group waren das umfangreiche Know-how und die Erfahrungen der Mitarbeiter im automobilen Karosseriebau sowie die gute technische Infrastruktur des Ruhrgebiets und die sehr gute Lage der Standorte im Herzen Europas. Es stellt einen entscheidenden Schritt für die Internationalisierung unseres Unternehmens dar", so Dirk Aikes, Geschäftsführer der WISCO Tailored Blanks GmbH in Duisburg

„Die Ergebnisse der Studie bestätigen die besondere Bedeutung ausländischer Unternehmen für das Ruhrgebiet. Ob als ausländischer Mitbürger mit einem kleineren Betrieb oder als multinationales Unternehmen: Beide leisten einen wertvollen Beitrag zum Wohlstand unserer Region und seiner weiteren Entwicklung“, so Dr. Hanicke.

Die Studie steht Ihnen im unteren Download-Bereich zur Verfügung.

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