Ruhr-IHKs legen Gutachten „Stresstest Straße“ vor

(29. April 2016) Reparieren, sanieren, ausbauen: Auto- und Lkw-Fahrern steht im Ruhrgebiet ein Jahrzehnt der Baustellen bevor. Die Industrie- und Handelskammern im Ruhrgebiet (Ruhr-IHKs) fordern deshalb von Land und Bund, mögliche Ausfallrisiken im Straßennetz im Blick zu haben und rechtzeitig zu planen. Wie das aussehen kann, zeigt ein von den Ruhr-IHKs vorgelegtes Gutachten „Stresstest Straße – Wie leistungsfähig sind die Straßen im Ruhrgebiet?“

Ziel des Gutachtens der sechs IHKs (Niederrheinische IHK Duisburg - Wesel - Kleve; IHK für Essen, Mülheim a. d. Ruhr, Oberhausen; IHK Mittleres Ruhrgebiet; IHK zu Dortmund; IHK Nord Westfalen; IHK Hagen) war es, die Auswirkungen der verkehrlichen Entwicklung auf die Straßen- und Stausituation in den Städten und Kreisen im Ruhrgebiet zu untersuchen. Dabei wurden Engstellen identifiziert und Lösungsansätze aufgezeigt.

Ergebnisse für Duisburg und den Kreis Wesel

Auf dem Gebiet der Stadt Duisburg drohen im Jahr 2030 täglich über 2.600 Fahrzeugstunden im Stau – sofern die Infrastruktur nicht spürbar ausgebaut wird. Im Kreis Wesel sind es knapp 2.000 Fahrzeugstunden. Vor allem die A 59 weist in einzelnen Abschnitten mit einer Überlastung von mehr als 150 Prozent deutliche Defizite auf. Vor diesem Hintergrund begrüßte Dr. Ansgar Kortenjann, Leiter Verkehr und Logistik der Niederrheinischen IHK, die Aufnahme vieler Straßenbauprojekte der Region in den vordringlichen Bedarf des neuen Bundesverkehrswegeplans (BVWP). Allerdings gibt es auch noch Nachbesserungsbedarf. „Der vierspurige, kreuzungsfreie Ausbau der A 524/B288 bis zur A 57 in Krefeld ist mit der Einstufung in den sogenannten Weiteren Bedarf auf die lange Bank geschoben worden“, kritisiert Kortenjann

Zusätzlich verdeutlicht der Stresstest, dass mögliche Ausfälle durch Brückensperrungen oder Baumaßnahmen erhebliche Auswirkungen im gesamten Ruhrgebiet haben – aber auch auf städtischem Gebiet. „Wir haben bei der Sperrung der Brücke Duisburg-Neuenkamp bereits gesehen, dass sich die Verkehre überörtlich verlagern und auch die ohnehin belasteten kommunalen Straßen deutlich mehr Verkehre aufnehmen müssen“, so Kortenjann. Mit dem Stresstest habe man untersuchen lassen, was passiert, wenn es zu Sperrungen im Kreuz Kaiserberg kommt. Auch hier gibt es sanierungsbedürftige Brückenbauwerke. Eine Sperrung der A 3 im Autobahnkreuz führt den Ergebnissen der Studie nach in Duisburg etwa zu einer besonders hohen Zunahme der Fahrzeiten um mehr als 5.000 Fahrzeugstunden täglich. Insgesamt würden im Gesamtnetz Fahrzeitverluste von 61.000 Fahrzeugstunden täglich entstehen. Das bedeutet, dass die Fahrzeiten zwischen Duisburg und Gladbeck um 19 Minuten und zwischen Ratingen und Oberhausen um 27 Minuten durchschnittlich zunehmen würden. „Eine solche Entwicklung belastet Unternehmen, Pendler und Kunden. Daher werden eine noch bessere Koordination der verantwortlichen Baulastträger, ein optimiertes Planungsmanagement und eine frühzeitige Kommunikation immer unverzichtbarer“, betont IHK-Verkehrsexperte Kortenjann. Mit dem 2015 eingerichteten regionalen Baustellenmanagement Duisburg-Niederrhein, dessen Duisburger Arbeitsgruppe regelmäßig in der IHK zusammenkommt, habe man den ersten Schritt gemacht.

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