Rhein-Ruhr: Chancen für NRW

Stärkung des RVR – der richtige Weg für NRW?

In Nordrhein-Westfalen kommt immer wieder die Frage auf, welche regionale Verwaltungsgliederung den wirtschaftlichen Erfolg des Landes bestmöglich befördern könnte. Aktuell wurde diese Diskussion im März 2013 durch die Resolution für eine Kompetenzausweitung des Regionalverbandes Ruhr durch dessen Verbandsversammlung angestoßen.

In einem Gutachten der IW Köln ConsultGmbH für die Handwerkskammer Düsseldorf und die Niederrheinische Industrie- und Handelskammer wird die wirtschaftliche Ausgangssituation in den fünf Regierungsbezirken des Landes sowie im Ruhrgebiet gegenübergestellt. Die Studie geht der Frage nach, welche administrativen Rahmenbedingungen dem Ruhrgebiet auf dem Weg zu neuen Stärken helfen und stimulierend für eine dynamische Wirtschaftsentwicklung in ganz Nordrhein-Westfalen wirken können.

Ruhrgebiet kumuliert Schwächen

Bruttoinlandsprodukt 2010

[BIP je Ew. (€) im Vgl. zu NRW ]

Das Ruhrgebiet befindet sich noch immer in einem intensiven Wandel. Trotz großer Anstrengungen und erheblicher finanzieller Zuwendungen von EU, Bund und Land über viele Jahre hinweg offenbart eine detaillierte Regionalanalyse den anhaltend großen Handlungsbedarf. Nach wie vor hinkt das Ruhrgebiet aufgrund seiner wirtschaftlichen Prägung der Vergangenheit dem Land NRW wirtschaftlich hinterher. Zudem stehen in naher Zukunft große Herausforderungen bevor, wie

  • die Bewältigung der Energiewende,
  • steigende Qualifikationsanforderungen,
  • intensivierte Mobilität,
  • demografischer Wandel,
  • erfolgreiche Voraussetzungen für die Digitalisierung,
  • leistungsfähige Infrastrukturen,
  • Sicherung der Daseinsvorsorge.

Vernetzung statt Abgrenzung und...

Pendlerverflechtungen 2012

[Pendlerverflechtungen]

Im Spannungsfeld dieser Herausforderungen können von Kooperationen innerhalb des gesamten Rhein-Ruhr-Raumes wesentliche Impulse für eine erfolgreiche wirtschaftliche Entwicklung Nordrhein-Westfalens ausgehen. Auch andere Untersuchungen, wie etwa die McKinsey-Studie „NRW 2020. Unser Land – unsere Zukunft“ (2013) oder das RWI-Gutachten „Den Wandel gestalten – Anreize für mehr Kooperationen im Ruhrgebiet“ (2011), sehen in flexiblen und auf Sachthemen konzentrierten Kooperationen große Potenziale, da neue Herausforderungen nicht vor Grenzen halt machen, sondern dezentrale Lösungen erfordern.

... Doppelstrukturen vermeiden

Neben einer intensiveren Zusammenarbeit ist auch der Wettbewerb der Kreise und kreisfreien Städte untereinander - sowohl innerhalb des Ruhrgebiets, als auch mit angrenzenden Regionen – ein wichtiger Schrittmacher für die Wirtschaft inNRW. Beides - Kooperationen und Wettbewerb - benötigt schlanke und leistungsfähige Verwaltungsstrukturen, die eigenverantwortliches und gestaltendes Handeln in den Kommunen befördern. Verschachtelte administrative Systeme über mehrere Ebenen können an dieser Stelle kontraproduktiv wirken. Durch eine Kompetenzausweitung des RVR würde der beschrittene Weg auch zum Abbau bürokratischer Hemmnisse konterkariert.

Bildnachweis: IW Consult GmbH, Köln (von oben links nach unten rechts)

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