Regionale Ausbildungskonferenz zieht Bilanz: Chance auf Ausbildung besser denn je

(5. November 2012) Das Thema Fachkräftenachwuchssicherung bestimmt die Entwicklung auf dem regionalen Ausbildungsmarkt. Die Unternehmen setzen gezielt auf die Ausbildung im eigenen Betrieb. Das betriebliche Lehrstellenangebot ist auch in diesem Jahr weiter gestiegen. Ebenso haben sich bei den Arbeitsagenturen im Saldo mehr Bewerber gemeldet. Beides zeigt das erhöhte Interesse an der dualen Ausbildung. 2,4 Prozent der Bewerber sind noch auf der Suche. Für sie stehen rein rechnerisch noch mehr unbesetzte betriebliche Ausbildungsstellen zur Verfügung als in den Vorjahren. Die Chancen für Jugendliche, die noch eine Lehrstelle suchen, sind besser denn je. Den noch unversorgten Bewerbern bieten die Konsenspartner individuelle Nachvermittlungsgespräche an. Die Mitglieder der Regionalen Ausbildungskonferenz sehen auch in diesem Jahr die Vorgabe erfüllt, allen ausbildungswilligen und ausbildungsfähigen Bewerbern bis zum Jahresende ein Angebot zu unterbreiten. Dies ist das Ergebnis der Regionalen Ausbildungskonferenz, die am Montag, 5. November, in der Niederrheinischen Industrie- und Handelskammer Duisburg-Wesel-Kleve tagte.

Der Bewertung durch die Konferenzmitglieder – Vertreter der Gebietskörperschaften, der Agenturen für Arbeit Duisburg und Wesel, Jobcenter Duisburg und Wesel, der Berufskollegs, des Deutschen Gewerkschaftsbundes, der Industriegewerkschaft Metall, des Unter-nehmerverbandes Ruhr-Niederrhein, der Handwerkskammer Düsseldorf sowie der Kreishandwerkerschaften und der Niederrheinischen Industrie- und Handelskammer – liegen die aktuellen Kennzahlen des regionalen Ausbildungsmarktes zum Stichtag 30. September 2012 zugrunde.

Die Chancen für die Schulabgänger und Bewerber auf eine Ausbildungsstelle haben sich in diesem Jahr nochmals verbessert. Während die Zahl der Bewerber leicht gestiegen ist, stieg das Angebot betrieblicher Lehrstellen deutlich. So verzeichnet die Niederrheinische IHK gegenüber dem Vorjahr einen weiteren Zuwachs der neu abgeschlossenen Berufsausbildungsverträge, und auch das Handwerk bestätigt den Vorjahreswert bzw. leichte Zuwächse.

In der Stadt Duisburg sowie den Kreisen Kleve und Wesel suchen insgesamt noch 231 Jugendliche kurzfristig eine Lehrstelle (das sind genauso viele wie im Vorjahr). Die Arbeitsagenturen Duisburg und Wesel sowie die Niederrheinische Industrie- und Handelskammer und das Handwerk führen seit Oktober mit den noch Ausbildungsstellen suchenden Jugendlichen Nachvermittlungsgespräche. Vorrangiges Ziel ist dabei die erfolgreiche Vermittlung in die aktuell noch unbesetzten betrieblichen Lehrstellen.

Es gibt in diesem Jahr mehr unbesetzte Ausbildungsstellen als in den Vorjahren. Zahlreiche Ausbildungsbetriebe suchen für die noch offenen Lehrstellen qualifizierte Bewerber. Die Konferenzmitglieder appellieren an Wirtschaft und öffentliche Verwaltungen, zur Unterstützung des Nachvermittlungsverfahrens diese freien oder auch wieder frei gewordenen Lehrstellen weiterhin anzubieten und den Agenturen für Arbeit zu melden. Auch indem vermeintlich schwächeren Bewerbern eine Chance gegeben wird, kann nach Auffassung der Konferenzmitglieder ein Beitrag zur Fachkräftenachwuchssicherung geleistet werden. An diejenigen Jugendlichen, die aktuell noch keine Lehrstelle gefunden haben, appellieren die Mitglieder der Regionalen Ausbildungskonferenz, die Chancen der gemeinsamen Nachvermittlung zu nutzen.

Die Konsenspartner erkennen vor dem Hintergrund des guten Lehrstellenangebots und der rückläufigen Schulabgängerzahlen ein sich verschärfendes Matching-Problem. Entsprechend wichtig sei es, bereits frühzeitig in den allgemeinbildenden Schulen die Themen Berufsorientierung und Ausbildungsreife anzupacken. Mit der vertieften Berufsorientierung und der Berufseinstiegsbegleitung sowie dem Duisburger Schulmodell wurden durch die Konsenspartner zusätzliche Schwerpunkte gesetzt, um den Übergang vom Schulabschluss in Ausbildung ohne weitere Warteschleifen unmittelbar umzusetzen. Auch in dem auf Landesebene beschlossenen „Übergangsmanagement“, das systematisch umfassende Angebote für jeden Schüler der allgemeinbildenden Schulen ab Klasse acht zur Studien- und Berufsorientierung vorsieht, sehen die Konsenspartner ein zielführendes Konzept zur weiteren Verbesserung des regionalen Ausbildungsmarktes.

Die Kennzahlen für die Arbeitsagenturbezirke Duisburg und Wesel im Einzelnen:

Die Arbeitsagentur Duisburg verzeichnet mehr Ausbildungsstellen als im Vorjahr. Ihre Zahl stieg um 525, das sind 19,2 Prozent, auf 3.254. Die Zahl der Bewerber verringerte sich 92 um 2,6 Prozent auf 3.425. Ende September waren 63 Bewerber noch ohne Ausbildungsstelle, das ist ein Rückgang um 9. Ihnen stehen noch 143 unbesetzte Berufsausbildungsstellen zur Verfügung, das sind 75 mehr vor einem Jahr.

Im Bezirk der Arbeitsagentur Wesel, der die Kreise Kleve und Wesel umfasst, hat sich die Zahl der gemeldeten Berufsausbildungsstellen gegenüber dem Vorjahr erhöht. Sie stieg um 174, das sind 4,5 Prozent auf 4.019. Die Zahl der Bewerber für eine Ausbildungsstelle stieg um 197, das sind 3,3 Prozent, auf 6.103. Ende September waren 168 Bewerber noch ohne Ausbildungsstelle, dies ist ein Anstieg um 9. 151 Stellen sind noch unbesetzt, 21 mehr als vor einem Jahr.

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