Regionale Ausbildungskonferenz zieht Bilanz

(02.11.2017) Das Thema Fachkräftenachwuchssicherung bestimmt die Entwicklung des regionalen Ausbildungsmarktes. Die Unternehmen setzen auf die duale Ausbildung im eigenen Betrieb. Im Zuge dessen ist das betriebliche Lehrstellenangebot in diesem Jahr gestiegen. Bei den Agenturen für Arbeit sind mehr Bewerber gemeldet als im Vorjahr. Beide Aspekte weisen auf das hohe Interesse an der dualen Berufsausbildung hin. Auch im Endspurt ist auf dem regionalen Ausbildungsmarkt noch einiges möglich: Für Bewerber, die ersehnte Lehrstelle zu finden, und auch für Unternehmen, ihre Ausbildungsplätze mit den dringend benötigten Bewerbern zu besetzen. Dies ist das Ergebnis der Regionalen Ausbildungskonferenz, die am Donnerstag, 2. November, in der Niederrheinischen Industrie- und Handelskammer Duisburg-Wesel-Kleve tagte.

Der Bewertung durch die Konferenzmitglieder – Vertreter der Gebietskörperschaften,
der Agenturen für Arbeit Duisburg und Wesel, der Jobcenter Duisburg, Wesel und Kleve, der Berufskollegs, des Deutschen Gewerkschaftsbundes, der Industriegewerkschaft Metall, der Regionalagentur NiederRhein, des Unternehmerverbandes Ruhr- Niederrhein, der Handwerkskammer Düsseldorf sowie der Kreishandwerkerschaften und der Niederrheinischen IHK – liegen die aktuellen Kennzahlen des Ausbildungsmarktes zum Stichtag 30. September 2017 zugrunde.

Die Zahl der neu abgeschlossenen Berufsausbildungsverhältnisse stieg im aktuellen Ausbildungsjahr sowohl in Industrie, Handel und Dienstleistungen als auch im Handwerk. Die Mitglieder der Regionalen Ausbildungskonferenz sehen hierin eine Reaktion auf den aktuell sehr hohen Bedarf an Fachkräften, der im Ergebnis zu einem steigenden betrieblichen Lehrstellenangebot führt. Sorge bereitet den Konferenzmitgliedern allerdings die wachsende Zahl unbesetzter betrieblicher Ausbildungsstellen.

Um den notwendigen Fachkräftenachwuchs für die Zukunft zu sichern, wenden sich die Konsenspartner an die Unternehmen, und werben dafür, weiter und verstärkt in die Ausbildung zu investieren und auch Jugendliche ins Kalkül zu ziehen, die vielleicht nicht unmittelbar ihren Ansprüchen genügen. Die Ausbildungsbetriebe können auf bewährte Unterstützungsangebote der Agenturen für Arbeit und der Jobcenter wie ausbildungsbegleitende Hilfen und assistierte Ausbildung zählen. 

Ziel der Partner im Ausbildungskonsens ist es, im Rahmen der im Herbst stattfindenden Nachvermittlungsaktion noch möglichst viele unbesetzte betriebliche Ausbildungsplätze erfolgreich zu besetzen. Es gelte auch, die Stellen nach zu besetzen, bei denen die Bewerber zum Ausbildungsbeginn nicht erschienen sind.

Entsprechend bestehen auch für Bewerber, die noch keine Lehrstelle gefunden haben, Chancen, kurzfristig eine Ausbildungsstelle zu erhalten. Die noch unversorgten Bewerber werden zur individuellen Nachvermittlung eingeladen. Die Konsenspartner weisen darauf hin, im Endspurt auf dem Lehrstellenmarkt nicht nur den Traumberuf zu
fokussieren, sondern auch Berufsalternativen zu prüfen. Da diese häufig weniger nachgefragt werden, bieten sie besondere Karrierechancen und sind am Ende vielleicht sogar die bessere Wahl.

Die Kennzahlen der Arbeitsagenturbezirke Duisburg und Wesel im Einzelnen:
Die Arbeitsagentur Duisburg verzeichnet einen Anstieg der gemeldeten betrieblichen Ausbildungsstellen von 2.637 auf 2.684 (+ 1,8 %). Die Zahl der Bewerber stieg um 0,7 % von 3.673 auf 3.698. Ende September waren noch 65 Bewerber ohne Ausbildungsstelle („unversorgt“), dies ist ein Zuwachs um 14 beziehungsweise 27,5 %. Den noch unversorgten Bewerbern stehen 140 unbesetzte Berufsausbildungsstellen zur Verfügung, 2,2 % mehr als vor einem Jahr.


Im Arbeitsagenturbezirk Wesel, der die Kreise Kleve und Wesel umfasst, stieg die Zahl der gemeldeten betrieblichen Berufsausbildungsstellen gegenüber dem Vorjahr um 5,5 % (+ 214 Stellen) auf 4.098. Die Zahl der Bewerber stieg um 4,4 % auf 6.847. Ende September waren 418 Bewerber noch ohne Ausbildungsstelle, dies ist ein Rückgang
um 94 beziehungsweise 18,4 %. Den noch unversorgten Bewerbern stehen 273 unbesetzte Berufsausbildungsstellen zur Verfügung, 3,8 % mehr als vor einem Jahr.