Regionale Ausbildungskonferenz tagte: Positive Entwicklung auf dem Lehrstellenmarkt

(18. April 2012) Auf dem regionalen Lehrstellenmarkt vollzieht sich in den letzten Jahren ein Wandel. Die Unternehmen sehen sich mit rückläufigen Bewerberzahlen und wachsenden Schwierigkeiten, ihre Ausbildungsplätze adäquat zu besetzen, konfrontiert. Auf der anderen Seiten haben gut qualifizierte und vorbereitete Schulabgänger die Qual der Wahl, welches Angebot sie nutzen werden. So beschreibt die Regionale Ausbildungskonferenz, die am 18. April, wegen der Bombenentschärfung in der Duisburger Innenstadt diesmal im Haus der Unternehmer, Düsseldorfer Landstraße, tagte, die veränderte Situation auf dem Lehrstellenmarkt unserer Region.


Der Einschätzung der Konferenzmitglieder – Vertreter der Gebietskörperschaften, der Agenturen für Arbeit Duisburg und Wesel, der Jobcenter Duisburg und Wesel, der Berufskollegs, des Deutschen Gewerkschaftsbundes, der Industriegewerkschaft Metall, des Unternehmerverbandes Ruhr-Niederrhein, der Handwerkskammer Düsseldorf sowie der Kreishandwerkerschaften und der Niederrheinischen Industrie- und Handelskammer - liegen die aktuellen Kennzahlen des Ausbildungsmarktes zum Stichtag 31. März 2012 zugrunde.


Ende März verzeichnet die Niederrheinische Industrie- und Handelskammer Duisburg-Wesel-Kleve rund 1,3 Prozent mehr neu abgeschlossene Ausbildungsverhältnisse als im Frühjahr 2011. Auch das Handwerk meldet einen positiven Trend, die Betriebe stellen mehr Ausbildungsplätze zur Verfügung. Ob dieses Mehr an besetzten Ausbildungsstellen zum jetzigen Zeitpunkt letztlich auch auf ein Mehr an gemeldeten Ausbildungsstellen am Ende des Ausbildungsjahres hinauslaufen wird, oder ob die Firmen ihre Ausbildungsstel-len lediglich früher gemeldet und auch schneller besetzt haben, wird erst im Oktober - wenn endgültig Bilanz gezogen wird - feststehen.


Trotz der positiven Entwicklung auf dem Ausbildungsmarkt sind zusätzliche Initiativen notwendig, nicht zuletzt vor dem Hintergrund der Sicherung des Fachkräftenachwuchses in Zeiten des demografischen Wandels. Es gilt, sowohl letzte Angebotslücken zu schließen als auch Warteschleifen in schulischen Bildungsgängen und bei Maßnahmeträgern vor dem Einstieg in die duale Berufsausbildung zu vermeiden. Dies schließt auch gezielte Angebote der Konsenspartner für diejenigen Bewerber ein, die (noch) nicht die Voraussetzungen für den unmittelbaren Übergang in eine betriebliche Ausbildung erfüllen.


Die Mitglieder der Regionalen Ausbildungskonferenz begrüßen in diesem Zusammenhang den Einsatz neuer Instrumente, zum Beispiel die Vertiefte Berufsorientierung, das Duisburger Schulmodell, die Berufseinstiegsbegleitung und Einstiegsqualifizierungspraktika-Plus. Diese gezielte individuelle Förderung der Jugendlichen beim Übergang von der Schule in den Beruf setzt hierbei auf enge Kooperation mit den Ausbildungsbetrieben, auf praxisnahe, betriebliche Angebote. Ziel des Regionalen Ausbildungskonsenses ist es, möglichst jeden Bewerber in Berufsausbildung zu bringen.


Im Jahr 2013 erwarten die Konferenzteilnehmer durch den sogenannten Doppelten Abiturientenjahrgang besondere Herausforderungen und Chancen. Bis dahin, so betonen die Konsenspartner, besteht für die Unternehmen die große Chance, sich den so dringend notwendigen Fachkräftenachwuchs mit hoch qualifizierten jungen Leuten zu sichern, bevor die Bewerberzahlen weiter drastisch sinken. Ab dem Jahr 2014 wird sich die beschriebene Wende auf dem Ausbildungsmarkt dann nochmals verstärken.


Die Mitglieder der Regionalen Ausbildungskonferenz appellieren an die Jugendlichen, den direkten Weg von der Schule in die Ausbildung zu suchen, das heißt, die vielfältigen Angebote in den Bereichen Berufsorientierung und Förderung des Übergangsmanagements zu nutzen, sich frühzeitig zu informieren und zu bewerben. Zahlreiche offene Ausbildungsangebote finden sich in den Lehrstellenbörsen der Agentur für Arbeit (www.arbeitsagentur.de), der Handwerkskammer Düsseldorf (www.hwk-duesseldorf.de) und der bundesweiten Lehrstellenbörse der Niederrheinischen IHK (www.ihk-lehrstellenboerse.de). Auch Betriebe, die noch Auszubildende suchen, können ihre Angebote dort hinterlegen.


Die Kennzahlen für die Arbeitsagenturbezirke Duisburg und Wesel im Einzelnen:


Die Arbeitsagentur Duisburg verzeichnet einen Zuwachs der gemeldeten Ausbildungsstellen auf 2.471. Die Zahl der Bewerber sank um 4,1 Prozent von 2.458 auf 2.356. Ende März waren 1.265 Bewerber noch ohne Ausbildungsstelle, dies ist ein Rückgang um 215 beziehungsweise 14,5 Prozent.


Auch im Bezirk der Arbeitsagentur Wesel, der die Kreise Kleve und Wesel umfasst, stieg die Zahl der gemeldeten Berufsausbildungsstellen gegenüber dem Vorjahr um 9,7 Prozent (261 Stellen) auf 2.961. Die Zahl der Bewerber stieg um 8,8 Prozent auf 4.583. Ende März waren 2.677 Bewerber noch ohne Ausbildungsstelle, dies ist ein Zuwachs um 143 beziehungsweise 5,6 Prozent.

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