Realsteuerhebesätze am Niederrhein

Standortfaktor Steuern


Im Jahr 2017 drehten weniger Kommunen an der Steuerschraube als noch im Vorjahr. 68 der 396 NRW-Kommunen erhöhten zum 01. Januar 2017 die Gewerbesteuer - in 2016 waren es noch 141 und in 2015 sogar 165 Kommunen.


Am Niederrhein zeigt sich ein differenziertes Bild: Im Kreis Kleve sinkt die Anzahl der Kommunen mit Erhöhungen der Gewerbesteuer von neun in 2016 auf eine Kommune in 2017 (Straelen). Im Kreis Wesel steigt die Anzahl hingegen von zwei auf fünf Kommunen. Im Kreis Kleve waren die Erhöhungen in der Vergangenheit zumeist einer Anpassung an die fiktiven Hebesätze des Landes NRW geschuldet. Dass im Kreis Kleve in 2017 in kaum einer Kommune die Steuern erhöht wurden, liegt mitunter daran, dass von 2016 zu 2017 keine Erhöhung der fiktiven Hebesätze stattfand. Hintergrund ist, dass eine neue finanzwissenschaftliche Untersuchung zum System des kommunalen Finanzausgleichs, dessen Bestandteil die fiktiven Hebesätze sind, in Auftrag gegeben werden soll. Bis die Ergebnisse einer solchen Untersuchung vorliegen, werden die Hebesätze vorerst konstant gehalten.


Die Hebesatzbroschüre der Industrie- und Handelskammern in NRW können Sie hier downloaden. In Kürze stellen wir Ihnen zusätzlich die Auswertung des DIHKs zu den Hebesätzen der Gewerbesteuer und Grundsteuer B in deutschen Gemeinden mit mehr als 20.000 Einwohnern zur Verfügung.

Bildnachweis: Daten gemäß Umfrage der nordrhein-westfälischen Industrie- und Handelskammern, Landesbetriebes für Information und Technik Nordrhein-Westfalen (IT.NRW). (von oben links nach unten rechts)

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Grund- und Gewerbesteuer

Grund- und Gewerbesteuer stellen eine wichtige kommunale Einnahmequelle dar. Die Gemeinden legen hierzu jährlich die so genannten Realsteuerhebesätze fest. Für Unternehmen sind sie ein bedeutender Kostenfaktor. Je niedriger sie sind, desto attraktiver ist der Standort. Die Gewerbesteuer hat insbesondere durch die Unternehmensteuerreform 2008 eine Aufwertung erfahren, so dass das Hebesatzniveau noch stärker als zuvor die steuerliche Gesamtbelastung der Unternehmen beeinflusst. Ab 2008 entfällt die Abzugsfähigkeit der Gewerbesteuer als Betriebsausgabe; zugleich wurde jedoch die Anrechnung auf die tarifliche Einkommensteuer erhöht sowie die Gewerbesteuermesszahl abgesenkt. Ausgangsbasis der Gewerbesteuerveranlagung ist der für die Körperschaftsteuer beziehungsweise die Einkommensteuer ermittelte Gewinn aus Gewerbebetrieb, der um gesetzlich bestimmte Kürzungen und Hinzurechnungen ergänzt wird. Die Grundsteuer zählt, wie die Gewerbesteuer zu den Real- oder Objektsteuern. Sie ist differenziert in eine Grundsteuer A für alle land- und forstwirtschaftlich genutzten Grundstücke und in eine Grundsteuer B für alle übrigen Grundstücke. Die Grundsteuer unterscheidet sich von der Gewerbesteuer dadurch, dass sie wegen ihrer einheitswertabhängigen Bemessungsgrundlage keinen konjunkturellen Schwankungen unterliegt. Sie ist damit eine fest kalkulierbare Steuergröße.