Niederrheinische IHK stellt Demografiekompass im Kreis Kleve vor

(30. August 2017) Der demografische Wandel ist einer der bestimmenden Megatrends unserer Zeit. Er wird den Arbeitsmarkt ebenso verändern, wie Produkte und Dienstleistungen der Unternehmen. Besonders spürbar werden seine Auswirkungen dort, wo die Menschen leben und arbeiten: in den Kommunen am Niederrhein. Die Niederrheinischen Industrie- und Handelskammer Duisburg-Wesel-Kleve stellte Landrat und Bürgermeistern im Kreis Kleve die Entwicklungsprognose bis 2040 vor. Zusammen mit den Stadtspitzen wird sie als Interessenvertretung der regionalen Wirtschaft Lösungsansätze identifizieren, um die Standortbedingungen für die Menschen und die Unternehmen langfristig zukunftsfähig zu halten.

Im Rahmen der Bürgermeisterkonferenz im Kreis Kleve am Mittwoch, 30. August, fasste IHK-Zweigstellenleiter Dr. Andreas Henseler die Ergebnisse des Demografiekompass für den Kreis zusammen: „Wir werden weniger, älter und bunter im Sinne der kulturellen Vielfalt. Dieser Trend gilt für alle Kommunen im Kreis. Die konkreten Veränderungen sind aber sehr individuell, so dass es keine Lösung für alle geben wird.“ Zusammen mit den Stadtspitzen will die Niederrheinische IHK Wege suchen, um in den kommenden Jahren die Weichen für eine agile Gesellschaft zu stellen.

Der Kreis Kleve muss bis 2040 insgesamt noch keinen Bevölkerungsrückgang fürchten nach den Vorausberechnungen der Landesstatistiker, die dem Demografiekompass zugrunde liegen. Ein leichtes Wachstum von knapp 1 Prozent ist hier noch drin, wo sich die Schrumpfungstendenzen im Kreis Wesel (- 8 Prozent) und in Duisburg (- 6 Prozent) weiter fortsetzen. Allerdings wird in einige Kommunen wie Kerken (- 18 Prozent), Uedem (- 17 Prozent) oder Rees (- 13 Prozent) ein durchaus starker Rückgang erwartet, während Weeze (+ 35 Prozent), Kranenburg (+ 19 Prozent) oder Straelen (+15 Prozent) mit deutlichen Zuwächsen rechnen können.

Hälfte der Bevölkerung wird älter als 49,8 Jahre sein

Die Gesellschaft im Kreis Kleve wird durchschnittlich älter, was zum einen an der steigenden Lebenserwartung liegt, zum anderen an den zurückgehenden Geburtenraten. Der Altersmedian wird von 37,4 Jahren (1995) auf 49,8 Jahre steigen. Das heißt: Die Hälfte der Bevölkerung wird 2040 älter als 49,8 Jahre sein. Auch hier zeigt sich beim Blick in die Kommunen ein wechselhaftes Bild: In den „jüngsten“ Kommunen Bedburg-Hau, Kleve und Weeze liegt der Median zwischen 45 und 46 Jahren, in den „ältesten“ Wachtendonk, Rheurdt und Issum zwischen 56 und 57 Jahren.

Neben der Alterung wird der Rückgang der potenziell Erwerbstätigen den Kreis Kleve treffen. Rund 28.000 Personen weniger als heute – ein Minus von 14 Prozent – stehen dann dem Arbeitsmarkt zur Verfügung. Uedem, Rees und Kerken werden hier als am stärksten betroffene Kommunen identifiziert, während sich Kranenburg, Emmerich und Kleve stabil präsentieren. „Der IHK-Demografiekompass bestätigt eindrucksvoll, dass der Kreis Kleve und seine 16 Städte und Gemeinden vor tiefgreifenden gesellschaftlichen Veränderungen stehen. Wir sind der IHK sehr dankbar, die Informationen aus erster Hand erhalten zu haben“, betonte Christoph Gerwers, Bürgermeister der Stadt Rees und Vorsitzender der Konferenz der Bürgermeister und des Landrates im Kreis Kleve. 

Kommunen brauchen starke Firmen

Aus Sicht der IHK ist es für Kommunen und Unternehmen gleichermaßen von Interesse, nach gemeinsamen Lösungen zu suchen. Denn die Unternehmen vor Ort sind auf gut ausgebildete Fachkräfte angewiesen, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Die Kommunen ihrerseits brauchen ertragsstarke Firmen, um für die notwendigen Investitionen in einen demografiefesten Standort Steuermittel zur Verfügung zu haben.

Ansatzpunkte sieht die IHK darin, Frauen stärker am Erwerbsleben zu beteiligen und Hochqualifizierte für die Region zu gewinnen und dort zu binden. In Zusammenarbeit mit den Unternehmen engagiert sich die IHK, frühzeitig Schüler und Betriebe zusammenzubringen, um den jungen Erwachsenen berufliche Perspektiven in der Region vorzustellen. Jobmessen der Kommunen oder verstärkte Matching-Aktivitäten sind weitere geeignete Instrumente.

[ Die Niederrheinische IHK zeigte den Bürgermeisterinnen und Bürgermeistern im Kreis Kleve die Folgen des demografischen Wandels in der Region auf. Foto: Niederrheinische IHK]

[Die Niederrheinische IHK zeigte den Bürgermeisterinnen und Bürgermeistern im Kreis Kleve die Folgen des demografischen Wandels in der Region auf. Foto: Niederrheinische IHK]

Die Vorstellung des Demografiekompass vor den Bürgermeistern ist ein erster Schritt, um mit den Akteuren vor Ort ins Gespräch zu kommen.

Die Broschüre steht im Internet unter www.ihk-niederrhein.de/demografiekompass zum Download zur Verfügung. Ansprechpartner bei der Niederrheinischen IHK ist Dr. Andreas Henseler, Telefon 02821 97699-153, E-Mail henseler@niederrhein.ihk.de

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