Verschärfte Anforderungen für Unternehmen - neues Geldwäschegesetz in Kraft

Schwellenwerte für Bargeldgeschäfte der Güterhändler gesenkt

Seit Ende Juni 2017 sind neue Regelungen für das Aufspüren von Gewinnen aus schweren Straftaten (Geldwäschegesetz) in Kraft. Die Neufassung des Gesetzes bringt erhebliche Neuerungen und Verschärfungen mit sich. Nachfolgend erhalten Sie einen Überblick über die wichtigsten Neuregelungen:


Neue Bargeldschwelle für Güterhändler: Absenkung auf 10.000 €

Sobald Güterhändler Bartransaktionen über mindestens 10.000 € tätigen oder entgegennehmen, sind die ihnen obliegenden Sorgfaltspflichten zu erfüllen. In der alten Fassung des Geldwäschegesetzes lag der Schwellenwert noch bei 15.000 €. Unabhängig von den Bargeldschwellen müssen Gütehändler die Identifizierungspflicht nur bei Auffälligkeiten und Verdachtsmomenten erfüllen.


Risikomanagement

Alle Adressaten des neuen Geldwäschegesetzes (ausgenommen Güterhändler, die keine Barzahlungen über 10.000 € tätigen oder entgegennehmen) müssen ab sofort ein wirksames Risikomanagement in ihrem Betrieb etablieren. Die Unternehmen müssen ein Mitglied der Leitungsebene benennen, das dafür sorgt, dass zunächst die Risiken der Geldwäsche und der Terrorismusfinanzierung für die Geschäfte des Unternehmens ermittelt und bewertet werden. Die Analyse muss dokumentiert und auf dem aktuellen Stand gehalten werden. Aus der Bewertung der vorliegenden Risikofaktoren ergeben sich die internen Sicherungsmaßnahmen.

Transparenzregister

Ebenfalls neu ist die Einrichtung eines amtlichen Transparenzregisters, in dem Angaben über die wirtschaftlich Berechtigten von juristischen Personen und eingetragenen Personengesellschaften erfasst und zugänglich gemacht werden sollen. Damit bestehen für Unternehmen zahlreiche Einholungs-, Aufbewahrungs- und Meldepflichten, die dem neuen Geldwäschegesetz zu entnehmen sind. Eine Meldung der relevanten Informationen zum Transparenzregister soll erstmals zum 1. Oktober 2017 erfolgen und ist nur elektronisch über die zentrale Meldestelle FIU (Financial Intelligence Unit des BKA) möglich.


Weitere Informationen erhalten Sie in unserem Merkblatt "Geldwäscheprävention - Mitwirkungspflichen für Unternehmer".