Konjunkturumfrage für den Frühsommer 2014

(20. Mai 2014) Mit Schwung ist die Wirtschaft am Niederrhein in das Jahr gestartet – die Unternehmen in der Region zeigen sich weitgehend zuversichtlich. Das geht aus der aktuellen Konjunkturumfrage der Niederrheinischen IHK hervor, an der sich rund 320 Betriebe mit über 51.000 Beschäftigten beteiligt haben. IHK-Hauptgeschäftsführer Dr. Stefan Dietzfelbinger: „Die Inlandsnachfrage entwickelt sich ausgesprochen positiv, gleichzeitig gibt es verhaltene Impulse aus dem Ausland. Allerdings sorgen der Konflikt in der Ukraine sowie die politischen Entscheidungen zu Mindestlohn und Rente für Verunsicherung.“

Laut IHK-Umfrage bewertet vor allem der Handel seine Geschäftslage positiv. Deutlich zeigt sich dies im Saldo aus positiven und negativen Bewertungen, der aktuell bei 36 Punkten liegt (Jahresbeginn: 16 Punkte). Aber auch die Industrie (23 Punkte; Jahresbeginn: 13 Punkte) und die Dienstleistungsunternehmen (26 Punkte; Jahresbeginn: 20 Punkte) schätzen ihre Geschäftslage erneut positiv ein. Der IHK-Konjunkturklimaindex, der Lage und Erwartungen zusammenfassend widerspiegelt, stieg zum fünften Mal in Folge und verzeichnet mit 122 Punkten (Jahresbeginn: 115) seinen höchsten Wert seit der Umfrage im Frühsommer 2011.

Erwartungen: Es herrscht Zuversicht

Nach wie vor rechnet über ein Viertel der Befragten damit, dass sich ihre wirtschaftliche Situation weiter verbessert. Nur jeder zehnte Betrieb zeigt sich skeptisch. Das positive Stimmungsbild wird vor allem durch den Handel (38:15 Prozent; Jahresbeginn: 28:13) und die Dienstleister (26:9 Prozent; Jahresbeginn: 23:13) geprägt. Deutlich zurückhaltender äußert sich die Industrie: Zwar blicken lediglich 9 Prozent skeptisch auf die kommenden Monate (Jahresbeginn 12 Prozent). Gleichzeitig ist aber der Anteil der Optimisten spürbar zurückgegangen (19 Prozent; Jahresbeginn: 27 Prozent).

Risiken: Unternehmen zunehmend besorgt

Die wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen werden von jedem zweiten Unternehmen am Niederrhein als Risikofaktor für die betriebliche Entwicklung eingestuft (50 Prozent; Jahresbeginn: 45 Prozent). Vier von zehn Betrieben bewerten die Arbeitsmarktpolitik der Großen Koalition bestenfalls mit „ausreichend“. Nur jeder Zehnte sieht hier den richtigen Weg eingeschlagen und vergibt die Note „gut“. Jedes dritte Unternehmen (33 Prozent) sieht durch die Arbeitskosten die eigene wirtschaftliche Entwicklung gefährdet.

Exporte: Erwartungen verhaltener, aber optimistisch

Die Exporterwartungen sind im Vergleich zum Jahresbeginn 2014 etwas verhaltener, aber von Optimismus geprägt. Branchenübergreifend rechnen die Unternehmen mit steigenden Exportzahlen (Saldo: 18 Punkte; Jahresbeginn: 24 Punkte). In der Industrie kommen auf jedes Unternehmen mit sinkenden Exporterwartungen (10 Prozent) mehr als drei (34 Prozent), die von wachsenden Auslandsumsätzen ausgehen. Ähnlich zeigt sich das Verhältnis im Handel (27:8 Prozent). Demgegenüber hat sich die Zahl der Dienstleister, die mit einem rückläufigen Auslandsgeschäft rechnen, nahezu verdoppelt (21:23 Prozent; Jahresbeginn: 21:13 Prozent).

Inlandsinvestitionen: Unternehmen setzen auf Kapazitätserweiterungen

Die Investitionsabsichten der Unternehmen bleiben stabil. Unternehmen, die hierfür eine Ausweitung ihres Budgets vorsehen (21 Prozent), halten sich in etwa die Waage mit denjenigen, die ihre Etats kürzen wollen (20 Prozent). Während der Anteil derjenigen, die von einer Ausweitung des Investitions-budgets ausgehen, branchenübergreifend stabil geblieben ist, mehren sich die Stimmen in Handel (+4 Prozent) und vor allem der Dienstleistungswirtschaft (+10 Prozent), die von reduzierten Etats ausgehen.

Beschäftigung: Entspannung auf dem Arbeitsmarkt

Die Lage am Arbeitsmarkt hat sich seit Jahresbeginn weiter verbessert. Zwei von drei Betrieben (67 Prozent) rechnen mit einer unveränderten Beschäftigungssituation. Jedes fünfte Unternehmen setzt auf Neueinstellungen, jeder achte Befragte (12 Prozent) rechnet mit Stellenabbau. Noch zu Jahresbeginn hielten sich Stellenaufbau und -streichungen die Waage (16:16 Prozent). Während die Schaffung zusätzlicher Stellen im Handel und in der Dienstleistungswirtschaft noch einmal an Priorität gewonnen hat, will die Industrie stärker als noch zu Jahresbeginn an ihren Belegschaften festhalten. Jedes dritte Unternehmen (68 Prozent) äußert sich entsprechend (Jahresbeginn 2014: 57 Prozent).

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