Konjunkturumfrage der Niederrheinischen IHK

Wirtschaft hat sich auf gutem Niveau stabilisiert /
Risiken durch Unsicherheiten im Euro-Raum

(29. Mai 2012) Die konjunkturelle Entwicklung am Niederrhein hat im Frühsommer wieder an Fahrt aufgenommen, nachdem sie zum Jahreswechsel etwas von ihrem Elan verloren hatte. Aktuell zeigen sich die Unternehmen in guter Verfassung und äußern sich überwiegend positiv zu ihrer Geschäftslage. Wie aus der Konjunkturumfrage der Niederrheinischen Industrie- und Handelskammer Duisburg-Wesel-Kleve hervorgeht, sehen die Betriebe auch den nächsten Monaten mit Zuversicht entgegen. Ein Unsicherheitsfaktor bleibt die Entwicklung im Euro-Raum.

Laut IHK-Umfrage unter rund 300 Unternehmen mit 50 000 Beschäftigten vergeben vier von zehn Unternehmen (41 Prozent) das Prädikat „gut“ für ihre wirtschaftliche Situation. Weitere 51 Prozent sind immerhin „zufrieden“. Diese Einschätzung entspricht in etwa der Situation zu Jahresbeginn. Damit hat sich die wirtschaftliche Lage auf einem guten Niveau stabilisiert. IHK-Hauptgeschäftsführer Dr. Stefan Dietzfelbinger: „Die Investitionsbereitschaft in der Wirtschaft ist nach wie vor vorhanden. Die Beschäftigung bleibt stabil. Die Unwägbarkeiten in der Eurozone geben allerdings Anlass zur Vorsicht.“

Wie aus der Umfrage weiter hervorgeht, rechnet jedes vierte Unternehmen (23 Prozent) derzeit mit einer weiterhin positiven Geschäftsentwicklung. Die Zahl der Skeptiker liegt bei 13 Prozent. Zum Vergleich: Zu Jahresbeginn hielten sich Optimisten und Pessimisten noch etwa die Waage (18 : 20 Prozent). Zwei von drei Unternehmen gehen von einer unveränderten Konjunkturlage aus. Signale für Optimismus zeigen sich über alle Branchen hinweg. Besonders im Handel hat sich die Stimmung deutlich verbessert: Jedes vierte Unternehmen (24 Prozent) sieht sich auf Wachstumskurs, nur jedes sechste (17 Prozent) befürchtet eine rückläufige Entwicklung (Jahresbeginn 17 : 29 Prozent). Auch im Dienstleistungsbereich (29 : 13 Prozent) und in der Industrie (13 : 8 Prozent) überwiegen noch die positiven Stimmen.

Auslandsnachfrage ist stabil

Für die kommenden Monate rechnen die Unternehmen damit, dass die Exporte weiter zunehmen. Auf jeden am Auslandsgeschäft beteiligten Betrieb, der eher rückläufige Exportumsätze erwartet (9 Prozent), kommen fast drei Unternehmen (25 Prozent), die mit Zuwächsen rechnen (Jahresbeginn 12 : 25 Prozent). Doch gerade für das Exportgeschäft bleibt die weitere Entwicklung im Euro-Raum ein Unsicherheitsfaktor. Jedes dritte Exportunternehmen (35 Prozent) sieht in den wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen derzeit ein Risiko für seine Geschäftslage.

Investitionen werden vorsichtiger geplant

Das wirtschaftliche Wachstum basiert nach wie vor zu wesentlichen Teilen auf den Investitionen der Unternehmen, wenngleich deren Planungen inzwischen etwas zurückhaltender ausfallen als noch zu Jahresbeginn. 24 Prozent der Betriebe wollen ihre Budgets für Inlandsinvestitionen ausweiten, 18 Prozent beabsichtigen, ihren Etat für Anschaffungen zu senken. Damit hat sich dieser Saldo seit Jahresbeginn (25 : 14 Prozent) nahezu halbiert. Insgesamt bleibt das Investitionsklima aber freundlich. Dies gilt für Industrie, Handel und Dienstleistungen gleichermaßen.

Gute Aussichten für weitere Beschäftigung

Die Beschäftigungsaussichten für die nächsten Monate sind weiterhin positiv. Die Unternehmen halten überwiegend an ihren Belegschaften fest und wollen teilweise auch zusätzliche Arbeitsplätze einrichten. Mehr als jeder fünfte Betrieb (21 Prozent) geht derzeit von einer Steigerung der Beschäftigtenzahl aus. Nur jedes zehnte Unternehmen (11 Prozent) wird seine Belegschaft voraussichtlich reduzieren. Mehr als zwei Drittel (68 Prozent) rechnen mit einer gleichbleibenden Beschäftigungssituation. Während Industrie- und Dienstleistungsunternehmen einen deutlichen Bedarf an zusätzlichen Arbeitnehmern melden, halten sich im Handel positive und negative Stimmen die Waage.

Nach wie vor präsent ist der Fachkräftemangel als Risiko für die weitere Unternehmensentwicklung. Dieser Ansicht sind 28 Prozent der Betriebe (Jahresbeginn: 22 Prozent). Besonders betroffen ist die Industrie: Hier sorgen sich bereits 41 Prozent der Unternehmen (Jahresbeginn: 22 Prozent) um den Nachwuchs an Fachkräften.

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