Konjunkturbericht der Niederrheinischen IHK: In der Wirtschaft setzt sich Optimismus durch

Inlandsnachfrage erstmals wieder Impulsgeber

Die zunehmende Nachfrage aus dem Ausland und die erstarkte Binnennachfrage haben den Konjunkturmotor am Niederrhein auf Touren gebracht. Wie aus der aktuellen Umfrage der Niederrheinischen Industrie- und Handelskammer Duisburg-Wesel-Kleve hervorgeht, berichten die Betriebe von steigenden Umsätzen und einer verbesserten Geschäftslage. IHK-Hauptgeschäftsführer Dr. Stefan Dietzfelbinger: „Die Wirtschaft blickt wieder positiv in die Zukunft. Der Aufholbedarf nach der Krise ist aber weiterhin groß.“


Wie die Niederrheinische IHK in ihrer repräsentativen Umfrage unter rund 270 Unternehmen mit etwa 50.000 Beschäftigten ermittelt hat, vergibt jeder dritte Betrieb (32 %) die Konjunkturnote „gut“. Damit zeigen sich die Unternehmen wieder deutlich zuversichtlicher als noch zu Jahresbeginn (17 %). Der Anteil der Betriebe, die von einer besonders schlechten Geschäftslage berichten, sank im gleichen Zeitraum von 29 % auf 11 %. Der IHK-Konjunkturklimaindex, der die wirtschaftliche Lage und Entwicklung in der Region zusammenfassend widerspiegelt, ist von 94 auf 124 Punkte angestiegen. Zum Vergleich: Zu Beginn des Krisenjahres 2009 hatte er mit 77 Punkten die Talsohle erreicht.


Wirtschaft rechnet mit stabiler Entwicklung

Von Zuversicht geprägt, rechnen die Unternehmen auch weiterhin mit einer positiven Entwicklung. Indizien hierfür sind die vollen Auftragsbücher und eine erhöhte Investitionsbereitschaft, sowie die stabile Beschäftigung. Jedem Unternehmen, das mit einem Rückgang der Konjunktur rechnet, stehen fünf Betriebe gegenüber, die mit positiven Erwartungen in die Zukunft blicken (7 : 35 %). Zu Jahresbeginn hielten sich Optimisten und Pessimisten noch die Waage.


Trendwende bei der Binnennachfrage

Eine erfreuliche Trendwende hat sich bei der Inlandsnachfrage vollzogen. Von ihr gehen erstmals seit langer Zeit wieder spürbare Impulse aus. Besonders die Nachfrage nach Investitionsgütern und Betriebsmitteln hat dazu beigetragen. Von dieser Entwicklung profitierte an erster Stelle die Industrie: Hier hat sich innerhalb eines halben Jahres der Anteil derer, die von steigender Nachfrage berichten, von 22 auf 43 % nahezu verdoppelt. Rückläufige Aufträge beklagen nur 8 %.


Deutlich – wenn auch etwas verhaltener – wird der Umschwung auch bei den Umsätzen im Handel. Positive und negative Stimmen sind mit jeweils 40 Prozent gleich stark vertreten. Vor wenigen Monaten kamen auf jedes Unternehmen mit Umsatzzuwächsen (29 %) aber noch zwei Betriebe mit Rückgängen (56 %). Die Binnennachfrage bleibt aber ein Unsicherheitsfaktor mit Blick auf den weiteren Konjunkturverlauf. Jedes zweite Unternehmen sieht hier ein Hauptrisiko.


Exporte stützen die Konjunktur

Erneut zeigt die aktuelle IHK-Herbstumfrage eines sehr deutlich: Der wieder florierende Export hat die Konjunktur entscheidend angekurbelt. Fast jedes zweite im Exportgeschäft tätige Industrieunternehmen (46 %) berichtet über steigende Auftragseingänge aus dem Ausland (Jahresbeginn: 29 %), lediglich 15 % müssen Einbußen hinnehmen. Nur noch wenige Unternehmen (6 %) rechnen kurzfristig mit rückläufigen Exporten, jedes dritte (34 %) hingegen mit weiteren Zuwächsen.


Investitionen: wieder Kapazitätserweiterungen

Die überwiegend gute Stimmung in der Wirtschaft spiegelt sich nicht zuletzt in der Investitionsbereitschaft der Betriebe wider: Auf jedes Unternehmen, das sein Budget in den nächsten Monaten einschränken will (9 %), kommen drei Betriebe, die ihre Investitionen ausdehnen wollen (26 %). In der Industrie beträgt dieses Verhältnis sogar 1 : 4 (11 : 43 %). Der durchschnittliche Auslastungsgrad in der Industrie am Niederrhein beträgt 82 % (Jahresbeginn: 75 %).


Beschäftigung: Einstellungsbereitschaft nimmt zu

In der Krise haben die Unternehmen – auch im Hinblick auf den sich abzeichnenden Fachkräftemangel – so lange wie möglich an ihren Mitarbeitern festgehalten. Die erweiterten Regelungen zur Kurzarbeit kamen ihnen dabei zugute. Nach Auskunft der befragten Unternehmen bleibt die Beschäftigung auch in den nächsten Monaten stabil. 86 % gehen von gleichbleibenden beziehungsweise steigenden Belegschaftszahlen aus.

(11. Oktober 2010)

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