IHK gibt Stellungnahme zu Möbelansiedlungen ab

Randsortimente am Güterbahnhof reduzieren / Vorhaben in Duisburg widerspricht Landesplanung

(21. Mai 2012) Die Planungen für die Ansiedlung der Möbelhäuser in Duisburg-Meiderich sowie auf dem Gelände der Duisburger Freiheit sind in vollem Gange. Die Niederrheinische Industrie- und Handelskammer Duisburg-Wesel-Kleve hat als Träger öffentlicher Belange hierzu jetzt eine erneute Einschätzung gegenüber der Stadt Duisburg abgegeben. Während das Projekt in Meiderich begrüßt wird, untermauert die IHK ihre Kritik an den Planungen auf dem ehemaligen Güterbahnhofsgelände. Rückenwind erhält sie durch einen aktuellen Beschluss der Landesregierung.

Vor vier Wochen hatte die nordrhein-westfälische Landesregierung in einem Beschluss festgelegt, dass Innenstädte vor Einzelhandelsansiedlungen auf der grünen Wiese oder in Gewerbegebieten einen besonderen Schutz genießen sollen. Demnach dürfen große Möbelhäuser innenstadtrelevante Waren - zum Beispiel Hausrat, Glas, Porzellan oder Heimtextilien - nur in einem Umfang von maximal zehn Prozent der Gesamtfläche anbieten. Auf der Duisburger Freiheit wird dieser Grenzwert nach den bestehenden Plänen aber um das Doppelte überschritten. "Auf bis zu 20 Prozent der Flächen können Waren angeboten werden, die in die Innenstadt gehören. Die Planungen auf der Duisburger Freiheit ignorieren damit die gerade vom Kabinett verabschiedeten Ziele der Landesplanung", so Michael Rüscher, IHK-Geschäftsführer für den Bereich Handel, Dienstleistungen, Mittelstand und Außenwirtschaft.

Insgesamt sehen die Planungen am alten Güterbahnhof neue Verkaufsflächen in einer Größenordnung von bis zu 52.000 Quadratmetern vor. Davon sind 8.250 Quadratmeter für innenstadtrelevante Sortimente vorgesehen. Rüscher: "Man muss sich dabei vor Augen führen, dass die dortigen Flächen mit Nebensortimenten 70 Prozent des Angebots in der Duisburger Innenstadt entsprechen." Durch diesen Vergleich werde deutlich, dass sich die Möbelansiedlung auf den bestehenden Einzelhandel zwangsläufig negativ auswirken werde. Selbst Betriebsaufgaben aufgrund von zu erwartenden Umsatzrückgängen seien nicht auszuschließen.

Gravierende Mängel weist laut IHK das vom Berliner Projektbetreiber Krieger in Auftrag gegebene Verträglichkeitsgutachten auf. So würden Kennziffern für die Berechnung der zu erwartenden Umsätze angenommen, die bei vergleichbaren Projekten sehr viel höher angesetzt werden. Darüber hinaus geht das Krieger-Gutachten davon aus, dass lediglich ein Drittel des Umsatzes aus dem Duisburger Stadtgebiet generiert wird. Eine aktuelle Untersuchung zum Einkaufsverhalten in Möbelhäusern zeigt allerdings, dass rund zwei Drittel der Kunden aus einem Umkreis von gerade einmal zehn bis zwölf Kilometern stammen. "Der springende Punkt ist jedoch: Nur etwa ein Viertel kauft dabei tatsächlich Möbel, aber 90 Prozent greifen bei den Nebenartikeln zu", so Rüscher. Die Auswirkungen auf die Innenstadt seien demnach viel größer, als im Verträglichkeitsgutachten dargestellt.

Des Weiteren kritisiert die IHK, dass die Ziele des vom Rat der Stadt Duisburg beschlossenen Masterplans von Lord Norman Foster durch die Bebauung konterkariert werden. "Aber wenn an diesem städtebaulich markanten Standort schon Möbelhäuser errichtet werden sollen, dann müssen die Ziele der Landesplanung berücksichtigt werden. Wir fordern daher eine Flächenreduzierung der innenstadtrelevanten Sortimente auf maximal zehn Prozent", so der IHK-Geschäftsführer.

Die Ansiedlung von Möbel Ostermann auf dem Zeus-Gelände in Obermeiderich sei ein Beispiel für die Berücksichtigung der planerischen Vorgaben. Rüscher: "Hier werden die Spielregeln eingehalten. Die Stadt muss für gleiche Wettbewerbsbedingungen sorgen und darf einem Investor keine Zugeständnisse auf Kosten aller anderen machen".

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