IHK fordert Bau der Südtangente im Zuge der RRX-Planung

(27.10.2016) Die verkehrliche Anbindung für die 17 Unternehmen im Gewerbegebiet Duisburg-Großenbaum ist aktuell nicht die beste – durch den geplanten Ausbau des fünften und sechsten Gleises für den RRX wird das Gewerbegebiet nach dem Stand der jetzigen Planung allerdings nahezu abgehängt. Die Lösung könnte der lange geplante Straßenbau einer Südtangente sein. Darüber berieten Stadtverwaltung, Politik, DB Netz, Gewerbetreibende und die Niederrheinische Industrie- und Handelskammer Duisburg-Wesel-Kleve. Die Chancen, dass die Südtangente kommt, sind gestiegen.

Der Rhein-Ruhr-Express (RRX) ist das wichtigste Schienenpersonenverkehrsprojekt in NRW: Sieben Linien werden die Städte im Land zukünftig verbinden. Auf der auch durch Duisburg führenden Kernstrecke soll alle 15 Minuten ein RRX verkehren und mehr Menschen zum Umsteigen von der Straße auf die Schiene bewegen. Auch die Unternehmen im Gewerbegebiet Großenbaum sind für dieses Projekt. Aber sie müssen über die Straße weiter erreichbar bleiben, weil die derzeitige Zu- und Abfahrt im Süden des Gewerbegebiets durch den Bau zusätzlicher Gleise für den RRX eingeschränkt wird. „Das kann nur dann gelingen, wenn die Stadt Duisburg endlich die Planung aus dem Jahr 1998 umsetzt und die Südtangente realisiert“, so Dr. Ansgar Kortenjann, Leiter Verkehr und Logistik der Niederrheinischen IHK.

Bereits damals wurde überlegt, das Gewerbegebiet besser an die Autobahn A 524 anzubinden. Auch für die Unternehmen vor Ort ist diese Trasse ohne Alternative. „Die Südtangente ist die beste Lösung. Logistik und Gewerbe mit Einbahnstraßenverkehr funktionieren in diesem Fall nicht“, kommentiert Florian Tiede, Niederlassungsleiter der Nordfrost GmbH & Co.KG, die bisherigen Planungen der Stadt. Diese sehen vor, dass der Verkehr in einem Einbahnstraßensystem künftig über einen Ring um das nördliche Gewerbegebiet herumgeführt wird und Lkw das Gebiet nicht mehr nach Süden verlassen könnten. Die Wirtschaft vor Ort lehnt diesen Vorschlag ab, weil sie auf eine Zu- und Abfahrt im Süden des Gewerbegebiets angewiesen ist. Zudem befürchten die Unternehmer, dass der Verkehr bei der Lösung der Stadt zukünftig verstärkt über die verkehrsberuhigte Großenbaumer Allee und die bereits jetzt staugeplagte Albert-Hahn-Straße abfließen wird.

Über diese Planungen diskutierten bei einer Dialogveranstaltung am 26. Oktober unter anderem Stadtverwaltung, DB Netz und die Gewerbetreibenden, für die sich die Niederrheinische IHK einsetzt. „Der Dialog mit den betroffenen Unternehmen hat gezeigt, dass die Südtangente als verkehrlich beste Lösung bei den weiteren Planungen ernsthaft berücksichtigt werden muss“, fasst IHK-Verkehrsexperte Kortenjann das Ergebnis zusammen. Jetzt seien die Verantwortlichen in Politik und Verwaltung gefordert, konkrete Zahlen und Planungen vorzulegen.

Im Gewerbegebiet Großenbaum sind 17 Firmen angesiedelt, die rund 350 Arbeitsplätze bieten – darunter Nordfrost, die Spedition Knauf, der Fleischwarengroßhandel Herbert Neukirchen & Söhne, Mailer Stahl und der Medizintechniker Hager & Werken.

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