IHK-Willkommenslotsin zieht positive Bilanz

(8. Februar 2017) Shabena Aissa bringt geflüchtete Menschen mit Unternehmen am Niederrhein zusammen und unterstützt Betriebe bei der Integration von Flüchtlingen. Zurzeit betreut die Willkommenslotsin der Niederrheinischen Industrie- und Handelskammer Duisburg-Wesel-Kleve rund 20 Fälle, in denen sich Flüchtling und Unternehmen erfolgreich gefunden haben. Im letzten Sommer hat sie ihre Arbeit begonnen. Nach dem ersten halben Jahr zieht Aissa Bilanz: „Die Bereitschaft geflüchtete Menschen zu beschäftigen, ist bei den Unternehmen am Niederrhein da. Oftmals müssen beide Seiten einige Hürden überwinden. Dabei unterstütze ich die Betriebe und auch die zugewanderten Menschen und bin schon gut vernetzt in unserer Region.


Der Blick in die Praxis macht deutlich: Die Integration durch Ausbildung und Beschäftigung ist ein langer, aber lohnender Prozess. Ein Beispiel dafür ist die Holztechnik- und Trockenbaufirma Jörg Birringer aus Voerde. Inhaberin Sabine Birringer erzählt, dass vor allem die große Motivation der Bewerber aus dem Kreis der Flüchtlinge sie schnell überzeugt habe: „Trotz des zum Teil hohen zeitlichen verwaltungstechnischen Aufwands, hatten wir den Mut, Alpha Diallo zu beschäftigen, weil sein Engagement und sein Wille sofort sichtbar waren“, so Sabine Birringer. Alpha Diallo aus Guinea absolviert eine Einstiegsqualifizierung bei der Firma Birringer und wird dort im Sommer eine Ausbildung als Trockenbauer beginnen. Seine Tipps für Flüchtlinge, die eine Ausbildung oder Beschäftigung finden möchten: „Es ist wichtig, schnell Deutsch zu lernen.“ Er selbst besucht parallel drei Deutschkurse und nutzt jede Gelegenheit, seine Kenntnisse zu verbessern, zum Beispiel in seinem Fußballverein in Voerde.   

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[Jörg Birringer zusammen mit Alpha Diallo auf einer Baustelle der Firma Birringer. Foto: Niederrheinische IHK]


Eine Umfrage unter den Unternehmen am Niederrhein hat gezeigt, dass die große Mehrheit der betrieblichen Integration von Flüchtlingen offen gegenübersteht. Die Arbeit der Willkommenslotsin zeigt bereits Erfolge: 40 Unternehmen und 160 Flüchtlinge hat sie beraten. Zurzeit betreut Shabena Aissa rund 20 Fälle, in denen sich Flüchtling und Unternehmen erfolgreich gefunden haben. Ein weiterer Baustein ihrer Arbeit sind Informationsveranstaltungen zum dualen Berufsausbildungssystem, um geflüchtete Menschen auf die Ausbildung in Deutschland vorzubereiten. 40 dieser Veranstaltungen hat die Lotsin bisher durchgeführt.  
Das Projekt „Passgenaue Besetzung – Willkommenslotsen“ wird gefördert vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie.