IHK-Spitzengespräch: Flüchtlinge schnell integrieren

(14. Januar 2016) Ausreichende deutsche Sprachkenntnisse und eine berufliche Qualifizierung sind wesentliche Voraussetzungen für die Integration von Flüchtlingen in unsere Gesellschaft. Welche Möglichkeiten für eine schnellere Integration in den Arbeits- bzw. Ausbildungsmarkt gibt es? Wie hoch ist das Fachkräftepotenzial für die Unternehmen der Region? Darüber diskutierten die Vertreter der Stadt Duisburg und der Kreise Wesel und Kleve, Unternehmerverbände, Gewerkschaften, Arbeitsagenturen und Jobcenter im Rahmen eines Spitzengesprächs, zu dem die Niederrheinische Industrie- und Handelskammer Duisburg-Wesel-Kleve am 14. Januar eingeladen hatte. In ihrer gemeinsamen Erklärung betonen die Teilnehmer, es komme entscheidend darauf an, dass die Akteure in der Region intensiv zusammen arbeiten, ihre Aktivitäten eng abstimmen und eine gemeinsame Strategie verfolgen. Ziel sei vor allem die Vermittlung in sozialversicherungspflichtige Beschäftigung.


Das Ergebnis des Spitzengesprächs fassen die Teilnehmer, Beigeordneter Thomas Krützberg, Stadt Duisburg, Landrat Wolfgang Spreen, Kreis Kleve, Michael Maas,  Mitglied des Verwaltungsvorstandes Kreis Wesel, Burkhard Landers, Präsident der Niederrheinischen Industrie- und Handelskammer, Ulrich Käser, Vorsitzender der Geschäftsführung der Arbeitsagentur Duisburg, Barbara Ossyra, Vorsitzende der Geschäftsführung der Arbeitsagentur Wesel, Werner Rous, Jobcenter Duisburg, Michael Müller, Jobcenter Wesel, Wolfgang Schmitz, Hauptgeschäftsführer Unternehmerverbandsgruppe Duisburg, Dr. Ralf Sibben, stellvertretender Hauptgeschäftsführer Unternehmerschaft Niederrhein, Krefeld, Dr. Jens Stuhldreier, Leiter der Regionalagentur NiederRhein, Angelika Wagner, Geschäftsführerin DGB-Niederrhein, Stefan Piel, Hauptgeschäftsführer Kreishandwerkerschaft Duisburg, Lothar Hellmann, Kreishandwerksmeister Duisburg, Josef Lettgen, Geschäftsführer Kreishandwerkerschaft Wesel, Günter Bode, Kreishandwerksmeister Wesel,  Achim Zirwes, Geschäftsführer Kreishandwerkerschaft Kleve, Heinz Smets, Kreishandwerksmeister Kleve, Alfred Walzer, Vorsitzender Handelsverbandes NRW Niederrhein e.V. sowie Wilhelm Bommann, Hauptgeschäftsführer Handelsverband NRW Niederrhein e.V., in ihrer gemeinsamen Erklärung zusammen.


Die Integration kann und werde nicht unmittelbar gelingen, sie sei vielmehr eine mehrjährige und anspruchsvolle Aufgabe, deren erfolgreiche Bewältigung aber angesichts der demografischen Entwicklung mittel- und langfristig einen wichtigen Beitrag zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit der Region und zur Sicherung des Fachkräftebedarfs leisten kann. Hierzu müssten Flüchtlinge allerdings schnellstmöglich in Schulbildung, Ausbildung und Beschäftigung kommen.


In ihrer Erklärung fassen die Partner die Kernpunkte der Strategie mit den Handlungsfeldern „Sprachkenntnisse fördern“, „Potenziale ermitteln und Qualifikationen erkennen“, „Fit machen für den Arbeitsalltag“, „Informationen für Betriebe und Fachkräfte bereitstellen“ sowie „Sozialversicherungspflichtige Beschäftigung ermöglichen“ zusammen.


Eine zentrale Stellung nehmen die neuen Anlaufstellen für Flüchtlinge und Asylbewerbern der Jobcenter und Arbeitsagenturen ein. Diese „Integration Points“ bündeln die Kompetenzen der Agenturen für Arbeit und der Jobcenter mit den lokalen Sozialämtern und Ausländerbehörden. Zugleich arbeiten sie eng mit den übrigen regionalen Akteuren zusammen. Unternehmen werden durch Willkommenslotsen der Kammern gezielt und individuell unterstützt. Diese beraten Betriebe, wer für eine Arbeitsaufnahme oder Berufsausbildung in Frage kommt, welche Formalitäten zu klären sind, welche Angebote zu Sprachförderung bestehen und wie die Anerkennung ausländischer Berufsqualifikationen funktioniert.


Für Unternehmen, die Flüchtlingen Praktikums- und Ausbildungsplätze anbieten wollen, stellt die Niederrheinische Industrie- und Handelskammer auf ihrer Internetseite www.ihk-niederrhein.de einen Leitfaden zur Verfügung.

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