IHK-Konjunkturumfrage für den Niederrhein

(7. Februar 2013) Die wirtschaftliche Lage am Niederrhein ist trotz konjunktureller Delle stabil. Insgesamt ist die Stimmung in der Wirtschaft weiterhin positiv. Das zeigt die aktuelle Konjunkturumfrage der Niederrheinischen IHK unter rund 300 Unternehmen mit über 40.000 Mitarbeitern. IHK-Hauptgeschäftsführer Dr. Stefan Dietzfelbinger: „Für 2013 herrscht eine zuversichtliche Grundstimmung. Risiken bleiben jedoch bestehen.“

Laut IHK-Umfrage beurteilen derzeit 28 Prozent der Betriebe ihre aktuelle Geschäftslage als gut. Weitere 57 Prozent vergeben das Prädikat „zufriedenstellend“. Jedes sechste Unternehmen berichtet hingegen über eine schlechte wirtschaftliche Situation. Der IHK-Konjunkturklimaindex, der Lage und Erwartungen aller Branchen zusammenfassend widerspiegelt, ist nach einem Rückgang im vorigen Jahr von 102 auf 106 Punkte gestiegen. Ein Blick in die Branchen zeigt, dass im Handel und im Dienstleistungsbereich die positiven Stimmen deutlich überwiegen. Verhaltener ist die Stimmung in der Industrie – hier halten sich Optimisten und Pessimisten die Waage.

Erwartungen sind wieder von mehr Zuversicht geprägt

Die Unternehmen blicken zuversichtlicher auf den weiteren Konjunkturverlauf als noch vor einem halben Jahr. 21 Prozent der Unternehmen (Herbst 2012: 15 Prozent) gehen von einem Aufschwung im Jahresverlauf aus, während 22 Prozent (Herbst 2012: 24 Prozent) eine Abschwächung befürchten. Mehr als die Hälfte (57 Prozent) erwartet keine Veränderung der überwiegend zufriedenstellenden Lage. Risiken ergeben sich insbesondere aus steigenden Kosten und den Unwägbarkeiten mit Blick auf die Schuldenkrise in Europa.

Binnennachfrage ist noch unzureichend

Die Binnennachfrage kommt zu Jahresbeginn noch nicht so richtig in Schwung. In der Industrie stehen jedem Unternehmen mit zunehmender Nachfrage (12 Prozent) mehr als zwei Betriebe (28 Prozent) mit rückläufigen Inlandsbestellungen gegenüber. Im Handel melden 29 Prozent der Unternehmen steigende, 39 Prozent rückläufige Umsätze (Herbst 2012: 29 : 34 Prozent). Nach wie vor im Plus befindet sich der Dienstleistungssektor. Hier berichten 37 Prozent der Befragten über steigende, 27 Prozent über sinkende Einnahmen.

Exporte: Motor startet wieder durch

Der Export hat wieder das Zeug zum Wachstumsmotor. Meldeten vor einem halben Jahr elf Prozent der Industrieunternehmen steigende Auftragseingänge aus dem Ausland, so hat sich dieser Anteil mittlerweile verdoppelt (24 Prozent). Gleichzeitig ist der Anteil der Betriebe mit rückläufiger Nachfrage von 30 auf 27 Prozent gesunken. Dadurch werden auch die Erwartungen an die weitere Entwicklung der Exportgeschäfte beflügelt. Auf jeden Skeptiker (11 Prozent) kommen inzwischen mehr als zwei Optimisten (24 Prozent). Dies gilt sowohl für die Industrie, den Außenhandel und die Dienstleistungsbranche.

Inlandsinvestitionen: Zurückhaltende Planungen

Das abgeschwächte Wachstum veranlasst die Unternehmen zu Vorsicht bei ihren Investitionsplanungen. Derzeit ist das Verhältnis von Unternehmen mit steigenden und sinkenden Investitionsausgaben ausgeglichen (18 : 17 Prozent). Nach wie vor stellen Ersatzbeschaffungen das Hauptinvestitionsmotiv dar (69 Prozent), gefolgt von Rationalisierungsmaßnahmen (28 Prozent). Immerhin fast jedes vierte Unternehmen (23 Prozent) plant auch Erweiterungen, in der Industrie allerdings etwa jedes fünfte (18 Prozent; Herbst 2012: 24 Prozent).

Auslandsinvestitionen: Budgets werden zurückgefahren

Investitionen im Ausland zieht fast jedes vierte Unternehmen (24 Prozent) in Betracht. In der Industrie liegt dieser Anteil mit 33 Prozent zwar über dem Durchschnitt, aber noch deutlich unter dem Wert des Vorjahres (39 Prozent). Nur jeder fünfte Betrieb (19 Prozent) beabsichtigt, das dafür vorgesehene Budget aufzustocken. Vor einem Jahr gingen noch 30 Prozent der Unternehmen von einer Ausweitung aus. Trotz der Unsicherheiten bleibt der Euro-Raum die wichtigste Zielregion für Auslandsinvestitionen (52 Prozent).

Arbeitsmarkt zeigt sich noch robust

72 Prozent der Unternehmen wollen ihren Beschäftigtenstand halten. Weitere 13 Prozent gehen sogar von zusätzlichen Einstellungen aus. 15 Prozent rechnen mit einer rückläufigen Mitarbeiterzahl. Erheblich abgeschwächt hat sich mittlerweile die Bereitschaft zu Neueinstellungen in der Industrie. Hier kommen auf jedes Unternehmen mit steigender Beschäftigung (6 Prozent) vier Betriebe mit rückläufigem Mitarbeiterstand (26 Prozent). Im Großhandel hat sich demgegenüber der Anteil der Betriebe, die die Zahl ihrer Mitarbeiter erhöhen wollen, nahezu verdreifacht (von 7 auf 20 Prozent). Hingegen geht der Einzelhandel von rückläufigen Beschäftigtenzahlen aus, während der Dienstleistungssektor mit einer stabilen Entwicklung rechnet.

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