IHK-Konjunkturumfrage Herbst 2015: Lage weiter stabil - Erwartungen verhalten optimistisch

(23. Oktober 2015) Die Wirtschaft am Niederrhein zeigt sich nach wie vor ausgesprochen robust. Gründe hierfür finden sich in der anhaltenden Konsumfreude der Verbraucher sowie der konjunkturellen Erholung im Euroraum. Einzig der Handel korrigiert seine Erwartungen etwas nach unten. Das geht aus der aktuellen Konjunkturumfrage der Niederrheinischen Industrie- und Handelskammer Duisburg-Wesel-Kleve hervor, an der sich rund 320 Betriebe mit insgesamt mehr als 50.000 Beschäftigten beteiligt haben.

Der Konjunkturklimaindex steht aktuell bei 110 Punkten. Damit sinkt er im Vergleich zur Frühsommerumfrage geringfügig um 5 Punkte, liegt aber weiterhin über dem langjährigen Durchschnitt von 105 Punkten. 31 Prozent der befragten Unternehmen bewerten ihre derzeitige Geschäftslage als „gut“ und weitere 54 Prozent als „befriedigend“. Auch der Blick in die Zukunft fällt positiv aus: 22 Prozent erwarten eine bessere Geschäftslage (Frühsommer: 23 Prozent) und 63 Prozent gehen zumindest von einer unveränderten Situation (Frühsommer: 63 Prozent) aus. „Das stabile Wirtschaftsklima am Niederrhein ist erfreulich, sollte uns aber keineswegs in Sicherheit wiegen“, so Hauptgeschäftsführer Dr. Stefan Dietzfelbinger. „Die steigenden Standortkosten für die Unternehmen stellen beispielsweise eine problematische Entwicklung dar, die sich negativ auf die gute Geschäftslage auswirken kann.“

Exporterwartungen gestiegen

Die Wirtschaft am Niederrhein rechnet mit einem deutlichen Aufschwung der Exporte. Gaben im Frühsommer noch 17 Prozent der befragten Unternehmen an, dass sie von sinkenden Exporten ausgehen, sind es jetzt nur noch 9 Prozent. Gleichzeitig erhöht sich der Anteil derer mit optimistischen Erwartungen auf aktuell 26 Prozent (Frühsommer 23 Prozent). Zu verdanken ist diese Entwicklung der zunehmenden konjunkturellen Erholung im Euroraum. Aber auch die Wirtschaftsdynamik in den USA gepaart mit der anhaltenden Euroschwäche begünstigen den Export deutscher Waren.

Investitionsstimmung verhalten

Die Investitionsneigung der Unternehmen bleibt nahezu unverändert. 63 Prozent geben an, ihr Investitionsbudget konstant zu halten, 22 Prozent sehen vor, die Mittel in den nächsten Monaten zu erhöhen und rund 16 Prozent planen, diese zu kürzen. Auffällig ist, dass der Anteil der Unternehmen, die Investitionen zum Zweck der Rationalisierung durchführen wollen, insgesamt von 21 Prozent auf 30 Prozent zugenommen hat. Dieses Ergebnis resultiert insbesondere aus der Entwicklung in der Industrie: Nach 30 Prozent im Frühsommer geben nun rund 40 Prozent die Rationalisierung als Hauptmotiv für Investitionen an.

Wirtschaftspolitik ist Geschäftsrisiko Nummer 1   

Die Bewertung möglicher Geschäftsrisiken durch die Unternehmen hat sich im Vergleich zur Frühsommerumfrage kaum verändert. Eine überwiegende Mehrheit von 50 Prozent nennt nach wie vor die wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen als Hauptrisiko für den wirtschaftlichen Erfolg des Unternehmens. An zweiter Stelle liegen die Energie- und Rohstoffpreise mit 34 Prozent. In den drei Branchen zeichnet sich hier jedoch ein differenziertes Bild: Während im Handel 33 Prozent und im Dienstleistungssektor 31 Prozent die Energie- und Rohstoffpreise als Risiko für das eigene Unternehmen nennen, sind es in der Industrie 40 Prozent. Dies verdeutlicht die existenzielle Bedeutung der Entwicklung der Rohstoffpreise für diese Branche. Am dritthäufigsten werden die Arbeitskosten mit 33 Prozent genannt. Die Entwicklung der arbeitsmarktpolitischen Instrumente drückt nach wie vor auf die Stimmung bei den Unternehmen, auch wenn einige Unsicherheiten ausgeräumt sind.

Digitalisierung erzeugt hohe Anforderungen und Anpassungsdruck

In der Digitalisierung sehen die Unternehmen ein wichtiges Thema für die weitere Entwicklung ihrer Geschäftslage. Die Mehrzahl rechnet unmittelbar mit wachsenden Anforderungen, insbesondere bei der Qualifizierung der Mitarbeiter (68 Prozent). 40 Prozent der befragten Unternehmen planen bereits, darauf mit einer Ausweitung der Weiterbildung in digitalen Kompetenzen zu reagieren. 41 Prozent versprechen sich außerdem eine steigende Arbeitsproduktivität und erkennen damit eine der zentralen Chancen der Digitalisierung. IHK-Hauptgeschäftsführer Dr. Stefan Dietzfelbinger: „Damit die Unternehmen das große Potenzial der Digitalisierung nutzen können, müssen entsprechende Rahmenbedingungen geschaffen werden. Hierzu zählt der flächendeckende Breitbandausbau, der vorangetrieben werden muss. Darüber hinaus ist es wichtig, die digitale Kompetenz von Mitarbeitern zu fördern und bei den Auszubildenden bereits in der Berufsschule zu stärken.“

Ihr Ansprechpartner
Service-Center
Service-Center

Tel. 0203 2821-0

E-Mail: ihk@niederrhein.ihk.de

Weitere Ansprechpartner