IHK-Konjunkturreport zum Jahresbeginn

Wirtschaft nach wie vor in guter Verfassung - Optimisten und Pessimisten halten sich die Waage


(7. Februar 2012) Die konjunkturelle Situation am Niederrhein zeigt sich zu Jahresbeginn stabil. Die Unternehmen äußern sich mit Blick auf ihre Geschäftslage positiv. Laut aktueller Konjunkturumfrage der Niederrheinischen Industrie- und Handelskammer Duisburg-Wesel-Kleve erzeugen die finanzpolitischen Wirrungen in der Eurozone aber vermehrte Skepsis. IHK-Hauptgeschäftsführer Dr. Stefan Dietzfelbinger: „Die Erwartungen der Betriebe an die weitere Entwicklung sind zwiegespalten. Die wirtschaftliche Basis ist aber robust.“


Laut IHK-Konjunkturreport, der auf einer Umfrage unter rund 280 Unternehmen mit etwa 40.000 Beschäftigten beruht, wird die Wachstumsdynamik in den nächsten Monaten nachlassen, dann aber nur noch in moderatem Tempo. Wie es in dem Bericht weiter heißt, liegt der Anteil der Betriebe, die ihrer aktuellen Geschäftslage das Prädikat „gut“ verleihen, derzeit bei 40 %. Er hat sich damit seit der letzten Umfrage (Herbst 2011: 42 %) nur leicht verringert. Zudem ist jedes zweite Unternehmen (51 %) mit seiner derzeitigen Situation zufrieden. Im Branchenvergleich kommen die positiven Stimmen vor allem aus dem Dienstleistungsbereich. Die Situation im Handel zeigt sich im Vergleich zum Herbst stabil. Einbußen verzeichnet jedoch die Industrie. Hier sprechen 39 % der Betriebe von einer „guten“ Geschäftslage (Herbst 2011: 53 %).

Optimisten und Pessimisten halten sich die Waage

Der IHK-Konjunkturklimaindex, der Lage und Erwartungen zusammenfassend widerspiegelt, liegt nach seinem bisherigen Höchstwert von 131 Punkten im Frühsommer vorigen Jahres und 115 Punkten im Herbst 2011 derzeit bei 113 Punkten. Damit ist der rasante Rückgang vorerst gebremst. Optimisten und Pessimisten halten sich derzeit in etwa die Waage: 18 % erwarten eine Verbesserung, 20 % eine Verschlechterung ihrer Geschäftslage. Fast zwei Drittel (61 %) rechnen mit keinen gravierenden Veränderungen.


Rückgang in der Binnennachfrage gestoppt

Die Aufträge aus dem Inland ziehen gerade in der Industrie wieder leicht an. Konnten noch im Herbst nur 23 % der Industrieunternehmen steigende Inlandsbestellungen verbuchen, so sind es aktuell 28 %. Parallel dazu verzeichnet nur jedes sechste Unternehmen (16 %) rückläufige Auftragszahlen (Herbst 2011: 20 %). Bei den Dienstleistungsunternehmen und im Großhandel berichtet jeder zweite Betrieb über steigende, jeder sechste über rückläufige Umsätze. Dagegen hat im Einzelhandel der Anteil der Unternehmen mit nachlassenden Umsätzen von 37 auf 49 % zugenommen.


Exportgeschäft mit schwungvollem Start

Steigende Auftragseingänge aus dem Ausland melden 40 % der Industrieunternehmen (Herbst 2011: 29 %). Gleichzeitig hat sich der Anteil der Betriebe mit rückläufigem Geschäft von 27 auf 15 % verringert. In der Folge haben sich die Exporterwartungen für 2012 wieder etwas aufgehellt. Während sich im Herbst 2011 optimistische und pessimistische Stimmen gleich stark vertreten waren (17:14 %), hat sich dieses Verhältnis deutlich zugunsten der Optimisten verschoben (25:12 %).


Erträge schrumpfen

Die in den letzten Monaten nachlassenden Wachstumsraten bei gleichzeitigen Kostensteigerungen insbesondere bei Energie und Rohstoffen schmälern die Ertragskraft. Während vor einem Jahr noch 43 % der Unternehmen steigende Gewinne verbuchten, sind es inzwischen nur noch 29 %. Gleichzeitig stieg der Anteil der Unternehmen, die Gewinneinbußen hinnehmen mussten, von 18 auf 28 %. Besonders drastisch fielen die Gewinneinbrüche in der Industrie aus. Der Anteil der Betriebe mit zunehmenden Erträgen halbierte sich von 52 auf 27 %. Im Einzelhandel kamen auf jedes Unternehmen mit steigenden Erträgen (23 %) zwei Betriebe mit schrumpfenden Margen. Der Dienstleistungsbereich verzeichnet ebenfalls eine schwächere Ertragslage, hier überwiegen aber noch die positiven Stimmen (30:24 %).


Investitionen im Inland stabil – Euro-Raum verliert

Jedes vierte Unternehmen (25 %) beabsichtigt, sein Investitionsbudget im Inland auszuweiten. Nur jedes siebte (14 %) wird den Investitionsumfang voraussichtlich reduzieren (Herbst 2011: 25:16 %). Daraus ergibt sich auch für 2012 eine positive Investitionsneigung, wenn auch nicht mehr auf dem Niveau des Vorjahres (Jahresbeginn 2011: 30:11 %). Aufgrund der derzeitigen Schwierigkeiten hat der Euro-Raum an Attraktivität bei den Unternehmen verloren. Er bleibt jedoch für jedes zweite Unternehmen (53 %) die bevorzugte Zielregion für Auslandsinvestitionen (Jahresbeginn 2011: 67 %).


Beschäftigung bleibt auf hohem Niveau

Bislang überwiegend unbeeindruckt von dem nachlassenden wirtschaftlichen Wachstum zeigt sich der Arbeitsmarkt. So kommen zu Jahresbeginn auf jedes Unternehmen, das die Zahl der Beschäftigten voraussichtlich reduzieren muss (8 %), zwei Betriebe (17 %), die zusätzliche Arbeitsplätze einrichten wollen. Drei von vier Unternehmen (75 %) gehen von einem stabilen Beschäftigtenstand aus.

Ihr Ansprechpartner
Service-Center
Service-Center

Tel. 0203 2821-0

E-Mail: ihk@niederrhein.ihk.de

Weitere Ansprechpartner