Hinweise zur Abschlussprüfung für Kaufleute für Spedition und Logistikdienstleistung

Die Abschlussprüfung ersteckt sich auf die in der Verordnung über die Berufsausbildung (Anlage 1) aufgeführten Fertigkeiten und Kenntisse sowie auf den im Berufsschulunterricht vermittelten Lehrstoff, soweit er für die Berufsausbildung wesentlich ist.

Die Abschlussprüfung besteht aus vier Prüfungsbereichen:

1. Leistungserstellung in Spedition und Logistik
    (schriftlicher Prüfungsbereich)

In dem Prüfungsbereich "Leistungserstellung in Spedition und Logistik" sind vom Prüfling in insgesamt höchstens 180 Minuten praxisbezogene Aufgaben oder Fälle zu bearbeiten. Der Prüfungsbereich besteht aus einem allgemeinen Verkehrsträgerübergreifenden Teil (empfohlene Bearbeitungszeit 120 Minuten) und einem speziellen Verkehrsträgerspezifischen Teil (empfohlene Bearbeitungszeit 60 Minuten).

Hierfür kommen insbesondere die folgenden Gebiete in Betracht:

  • Transport, Umschlag, Lagerleistungen,
  • Logistische Dienstleistungen,
  • Marketing.

In dem Verkehrsträgerübergreifenden Teil soll der Prüfling zeigen, dass er Lösungsvorschläge zu speditionellen und logistischen Aufgabenstellungen verkehrsträgerübergreifend entwickeln und Möglichkeiten des Marketings berücksichtigen kann.

Darüber hinaus soll er im Verkehrsträgerspezifischen Teil zeigen, dass er Speditionsaufträge verkehrsträgerspezifisch durchführen, dabei rechtliche Vorschriften und Beförderungsbestimmungen anwenden sowie englischsprachige Formulare bearbeiten kann. Grundlage hierfür ist einer von zwei möglichen Verkehrsträgern, die der Prüfling bei der Prüfungsanmeldung aus den folgenden Verkehrsträgern benennt:

  • Straßenverkehr,
  • Schienenverkehr,
  • Luftverkehr,
  • Binnenschifffahrt,
  • Seeschifffahrt.

Der verbindlich zu bearbeitende Verkehrsträger wird dem Prüfling am Tag der schriftlichen Prüfung mitgeteilt.


2. Kaufmännische Steuerung und Kontrolle
    (schriftlicher Prüfungsbereich)

Im Prüfungsbereich Kaufmännische Steuerung und Kontrolle sind in höchstens 90 Minuten praxisbezogene Aufgaben oder Fälle aus den folgenden Gebieten zu bearbeiten:

  • Kosten- und Leistungsrechnung
  • Controlling

Dabei soll der Prüfling zeigen, dass er Preisangebote erstellen, Methoden der Erfolgskontrolle anwenden und kaufmännische Zusammenhänge berücksichtigen kann.


3. Wirtschafts- und Sozialkunde
   
(schriftlicher Prüfungsbereich)

Im Prüfungsbereich Wirtschafts- und Sozialkunde sind in höchstens 90 Minuten praxisbezogene Aufgaben oder Fälle aus der Berufs- und Arbeitswelt zu bearbeiten. Dabei soll gezeigt werden, dass allgemeine wirtschaftliche und gesellschaftliche Zusammenhänge der Berufs- und Arbeitswelt und die Bedeutung der Speditions- und Logistikbranche als Wirtschaftsfaktor dargestellt werden können.


4. Fallebzogenes Fachgespräch
    (mündlicher Prüfungsteil)

Im Prüfungsbereich "Fallbezogenes Fachgespräch" soll der Prüfling auf der Grundlage einer praktischen Aufgabe aus dem Gebiet Speditionelle und logistische Leistungen Lösungsvorschläge entwickeln und begründen.

Vor Beginn des Prüfungsgesprächs werden dem Prüfling zwei Aufgabenstellungen zur Auswahl vorgelegt. Hierbei ist der betriebliche Ausbildungsschwerpunkt zugrunde zu legen. Mit der Festlegung auf eine der Prüfungsaufgaben beginnt für den Prüfling eine höchstens 20 minütige Vorbereitungszeit.

Das Prüfungsgespräch soll einschließlich der Lösungsdarstellung höchstens 30 Minuten dauern. Der Prüfling soll zeigen, dass er betriebspraktische Aufgaben sachgerecht lösen, wirtschaftliche, technische, ökologische und rechtliche Zusammenhänge beachten sowie Gespräche systematisch und situationsbezogen führen kann.


Bestehensregelung

Die Abschlussprüfung ist dann bestanden, wenn durch den Prüfungsausschuss in den folgenden Prüfungsbereichen mindestens ausreichende Leistungen (50 Punkte) festgestellt werden:

  • Leistungserstellung in Spedition und Logistik und in mindestens zwei weiteren Prüfungsbereichen,
  • Gesamtgergebnis.

Werden in einem Prüfungsbereich ungenügende Leitungen festgestellt, ist die Prüfung grundsätzlich nicht bestanden!


Mündliche Ergänzungsprüfung

Kann die Abschlussprüfung aufgrund von bis zu zwei mangelhafter schriftlicher Prüfungsleistungen nicht bestanden werden, so ist auf Antrag des Prüflings oder nach Ermessen des Prüfungsausschusses in einem der mit mangelhaft bewerteten Prüfungsbereiche eine mündliche Ergänzungsprüfung von etwa 15 Minuten durchzuführen, wenn diese für das Bestehen der Prüfung den Ausschlag geben kann. Bei der Ermittlung der neuen Prüfungsleistung ist das bisherige Ergebnis aus dem schriftlichen Prüfungsbereich und die im Rahmen der Ergänzungsprüfung festgestellte mündliche Leistung im Verhältnis 2 : 1 zu gewichten.