Hinweise zur Abschlussprüfung für Fachlageristen

Die Abschlussprüfung erstreckt sich auf die in der Verordnung über die Berufsausbildung (Anlage 1) aufgeführten Fertigkeiten und Kenntnisse sowie auf den im Berufsschulunterricht vermittelten Lehrstoff, soweit er für die Berufsausbildung wesentlich ist.

Die Abschlussprüfung besteht aus vier Prüfungsbereichen:

1.  Praktische Arbeitsaufgaben (praktischer Prüfungsbereich)

Der Prüfling soll im Prüfungsbereich "Praktische Arbeitsaufgaben" in insgesamt höchstens drei Stunden zwei Aufgaben durchführen. Dabei soll er zeigen, dass er Arbeitsschritte planen, Arbeitsmittel festlegen, und Arbeitsergebnisse kontrollieren kann. Darüber hinaus soll er zeigen, dass er die Wirtschaftlichkeit, den Sicherheits- und Gesundheitsschutz bei der Arbeit, den Umweltschutz sowie qualitätssichernde Maßnahmen berücksichtigen kann. Für die Arbeitsaufgaben kommen insbesondere folgende Prüfungsgebiete in Betracht:

  • Annahme und Lagerung einschließlich Güterkontrolle,
  • Erfassen von Güterbewegungen unter Anwendung betrieblicher Informations- und Kommunikationsmittel,
  • Kommissionierung und Versand.


2.  Lagerprozesse (schriftlicher Prüfungsbereich)

Im Prüfungsbereich Lagerprozesse soll der Prüfling in höchstens 90 Minuten praxisbezogene Aufgaben bearbeiten. Dafür kommen insbesondere folgende Prüfungsgebiete in Betracht:

  • Annahme und Lagerung,
  • Kommissionierung und Verpackung sowie
  • Versand.


3.  Güterbewegung (schriftlicher Prüfungsbereich)

Im Prüfungsbereich Güterbewegung soll der Prüfling in höchstens 90 Minuten praxisbezogene Aufgaben bearbeiten. Dafür kommen insbesondere Aufgaben aus den folgenden Prüfungsgebieten in Betracht:

  • Einsatz von Arbeitsmitteln,
  • Erfassen von Güterbewegungen,
  • Lagerorganisation und Arbeitsabläufe.


In den Prüfungsbereichen "Lagerprozesse" und "Güterbewegung" sind lagerlogistische Abläufe mit verknüpften informationstechnischen, organisatorischen, technologischen und mathematischen Sachverhalten unter Berücksichtigung von Gütereigenschaften und rechtlichen Vorschriften  zu bewerten und Lösungswege darzustellen. Dabei soll der Prüfling auch zeigen, dass er den Sicherheits- und Gesundheitsschutz bei der Arbeit sowie den Umweltschutz berücksichtigen kann.


4.  Wirtschafts- und Sozialkunde (schriftlicher prüfungsbereich)

Im Prüfungsbereich "Wirtschafts- und Sozialkunde" soll der Prüfling in höchstens 60 Minuten praxisbezogene Aufgaben bearbeiten und dabei zeigen, dass er allgemeine wirtschaftliche und gesellschaftliche Zusammenhänge der Berufs- und Arbeitswelt darstellen kann.


Zur Ermittlung des Gesamtergebnisses des schriftlichen Prüfungsbereichs sind die einzelnen Prüfungsbereiche wie folgt zu gewichten:

  •  Lagerprozesse = 40 Prozent
  • Güterbewegung = 40 Prozent
  • Wirtschafts- und Sozialkunde = 20 Prozent


Mündliche Ergänzungsprüfung

Kann die Abschlussprüfung aufgrund nicht ausreichender Leistungen in den schriftlichen Prüfungsbereichen nicht bestanden werden, so ist auf Antrag des Prüflings oder nach Ermessen des Prüfungsausschusses in einzelnen Prüfungsbereichen eine mündliche Ergänzungsprüfung durchzuführen, wenn diese für das Bestehen der Prüfung den Ausschlag geben kann. Bei der Ermittlung der neuen Prüfungsleistung ist die bisherigen Ergebnis aus dem schriftlichen Prüfungsbereich und die im Rahmen der Ergänzungsprüfung festgestellte mündliche Leistung im Verhältnis 2 : 1 zu gewichten.


Bestehensregelung

Die Prüfung ist bestanden, wenn durch den Prüfungsausschuss mindestens die folgenden Prüfungsleistungen festgestellt werden:

  • mindestens 50 Punkte (ausreichend) im Gesamtergebnis der schriftlichen Prüfungsbereiche,

    (In zwei der schriftlichen Prüfungsbereiche müssen mindestens ausreichende Leistungen, in dem dritten Prüfungsbereich keine ungenügende Prüfungsleistung festgestellt worden sein.)

  • mindestens 50 Punkte (ausreichend) im Prüfungsbreich Praktische Arbeitsaufgaben.