Herbst-Konjunkturbericht der Niederrheinischen IHK: Wirtschaftliche Lage noch auf passablem Niveau

(23. Oktober 2012) Noch stellt sich die wirtschaftliche Lage der Unternehmen in der Region positiv dar – allerdings verspürte die Wirtschaft in den letzten Monaten eine deutliche Abkühlung der Dynamik. Dies zeigt die aktuelle Konjunkturumfrage der Niederrheinischen Industrie- und Handelskammer Duisburg-Wesel-Kleve. Unter anderem tragen auch die Unsicherheiten auf den internationalen Märkten zu dieser Entwicklung bei. IHK-Hauptgeschäftsführer Dr. Stefan Dietzfelbinger: „Noch zehren die Unternehmen von der komfortablen Auftragslage der letzten Zeit. Sie stellen sich allerdings auf ein raueres Klima ein.“

Laut IHK-Umfrage unter rund 300 Unternehmen mit über 43.000 Beschäftigten liegt der Anteil der Betriebe, die ihre Geschäftslage im Herbst mit dem Prädikat „gut“ bewerten, bei 31 Prozent. Zum Vergleich: Vor einem halben Jahr waren es noch 40 Prozent. Demgegenüber berichten jetzt 16 Prozent der Betriebe über eine schlechte Gesamtsituation (Frühsommer: neun Prozent). Damit ist dieser Saldo zwar weiterhin positiv, hat sich allerdings in der Zwischenzeit halbiert. Der IHK-Konjunkturklimaindex für den Niederrhein, der Lage und Erwartungen zusammenfassend wiedergibt, ist von 120 auf 102 Punkte zurückgegangen. Betroffen sind alle Wirtschaftsbereiche: Industrie, Handel und Dienstleistungen.

Erwartungen: Unternehmen rechnen mit rauerem Klima

Die Unsicherheit mit Blick auf die bisherigen Maßnahmen zur Krisenbewältigung im Euroraum hält an. Auch vor diesem Hintergrund hat die Zahl der skeptischen Stimmen zugenommen. Jeder vierte Betrieb (24 Prozent) geht von einer Verschlechterung seiner Geschäftslage in den nächsten Monaten aus, nur noch etwa jeder siebte (15 Prozent) von einer Verbesserung. Damit ist die Stimmung mittlerweile umgeschlagen (Frühsommer: 13 : 23 Prozent).

Binnennachfrage hat an Schwung verloren

Schon seit Jahresbeginn sind die inländischen Auftragseingänge in der Industrie deutlich zurückgegangen. Auf jedes Unternehmen der Branche mit zunehmender Nachfrage (sieben Prozent) kommen mittlerweile fast fünf Betriebe (32 Prozent) mit rückläufigen Bestellungen. Auch die Umsatzkurve im Einzelhandel flacht ab: 30 Prozent der Befragten melden steigende, 40 Prozent sinkende Umsätze. Im Großhandel halten sich die entsprechenden Anteile die Waage (28 : 29 Prozent). Noch im Plus befindet sich der Dienstleistungssektor. Hier melden 33 Prozent steigende, 24 Prozent rückläufige Umsätze.

Exporte: Wachstum lässt nach

Die Exporte als konjunktureller Wachstumsmotor bleiben auf gutem Niveau, büßen aber an Zugkraft ein. So melden nur noch zwölf Prozent der Industrieunternehmen steigende Aufträge ausländischer Kunden, während 30 Prozent einen rückläufigen Bestelleingang verbuchen. Zu Jahresbeginn war dieser Saldo noch ausgesprochen positiv (40 : 15 Prozent). Dies dämpft auch die Exporterwartungen für das nächste Jahr: Kamen zu Jahresbeginn auf jedes exportorientierte Unternehmen, das mit einem rückläufigen Auslandsgeschäft rechnete, noch zwei Betriebe, die von eher steigenden Exporten ausgingen, so ist dieses Verhältnis mit Blick auf 2013 inzwischen ausgeglichen (18 : 17 Prozent).

Gewinnmargen schrumpfen

Die abflauende Konjunktur schwächt die Gewinnsituation der Unternehmen. Steigende Kosten bei Energie und Rohstoffen sowie im Lohnbereich schmälern die Ertragskraft. Bei mehr als jedem dritten Unternehmen (35 Prozent) hat sich die Ertragslage verschlechtert. Verbesserungen melden noch 23 Prozent (Jahresbeginn: 28 : 29 Prozent). Sowohl in der Industrie wie auch im Handel überwiegen die negativen Stimmen. Im Dienstleistungsbereich halten sich die Anteile der Unternehmen mit Gewinnverbesserungen und -verschlechterungen die Waage.

Beschäftigung bleibt noch stabil

Trotz abflauender Konjunktur bleibt die Beschäftigung vorerst noch stabil. Allerdings ist die Bereitschaft der Unternehmen, zusätzliche Arbeitsplätze einzurichten, nicht mehr so ausgeprägt wie noch zu Jahresbeginn. Damals kamen auf jeden Betrieb, der seine Belegschaft reduzieren musste, noch zwei Unternehmen mit expansiven Plänen. Mittlerweile ist dieses Verhältnis ausgeglichen (15 : 14 Prozent). 71 Prozent der Befragten gehen aber immerhin von gleichbleibenden Arbeitsplatzzahlen aus. Zugleich halten die Betriebe mit Blick auf den sich verschärfenden Fachkräfteengpass an ihrem Mitarbeiterstamm fest.

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