GHS-Verordnung in Kraft getreten

Am 20.01.2009 ist die neue EG-Verordnung über die Einstufung, Kennzeichnung und Verpackung von Stoffen und Gemischen zur Übernahme des „Globally Harmonized System of Classification and Labelling of Chemicals” (GHS) der UN in Kraft getreten. Die neuen Vorschriften und Symbole sind ab 2010 für Stoffe und ab 2015 für Gemische verpflichtend.

Mit der neuen Verordnung und der Änderung mehrerer geltender Richtlinien und Verordnungen ist die EU der Verpflichtung nachgekommen, bis Ende 2008 das internationale Einstufungs- und Kennzeichnungssystem für gefährliche chemische Stoffe und Gemische in europäisches Recht zu überführen. Zukünftig gelten einheitliche Kriterien für die Bewertung der Eigenschaften von Chemikalien und weltweit harmonisierte Symbole und Warnhinweise für alle Bereiche des Verkehrs und des Verbraucher-, Arbeits- und Umweltschutzes.

Den Text der Verordnung finden Sie im Amtsblatt unter folgendem Link (Achtung: 1355 Seiten).

Die wichtigsten Elemente:

Seit dem 20.01.2009 können die neuen Vorschriften für die Einstufung, Kennzeichnung und Verpackung bereits optional angewandt werden. Allerdings ist dann eine gleichzeitige Kennzeichnung nach der Stoff- oder Zubereitungsrichtlinie (67/548/EWG bzw. 99/45/EG) nicht zulässig. Wird ein Stoff oder ein Gemisch nach den GHS-Regeln gekennzeichnet, dann muss die Einstufung nach Stoff- bzw. Zubereitungsrichtlinie noch bis zum 01.06.2015 im Sicherheitsdatenblatt angegeben werden.

Verpflichtend muss die Einstufung, Kennzeichnung und Verpackung nach der GHS-Verordnung erfolgen, wenn folgende Übergangsfristen (Art. 61) abgelaufen sind:

Bei Stoffen: grundsätzlich 01.12.2010

Abverkauf ab Lager und im Handel ist allerdings noch möglich bis 01.12.2012, sofern Einstufung, Kennzeichnung und Verpackung der Stoffrichtlinie (67/548/EWG) entsprechen.

Vom 01.12.2010 bis zum 01.06.2015 werden Stoffe sowohl gemäß der Richtlinie 67/548/EWG als auch gemäß der GHS-Verordnung eingestuft. Im Sicherheitsdatenblatt werden beide Einstufungen aufgeführt. Kennzeichnung und Verpackung erfolgen gemäß der GHS-Verordnung.

Bei Zubereitungen (Gemischen): grundsätzlich 01.06.2015

Abverkauf ab Lager und im Handel ist möglich bis 01.12.2017, sofern Einstufung, Kennzeichnung und Verpackung der Zubereitungsrichtlinie entsprechen.

Spätestens ab dem 01.12.2010 müssen Hersteller oder Importeure die Einstufungen der nach der REACH-Verordnung registrierungspflichtigen Stoffe sowie der nach GHS-Verordnung als gefährlich einzustufenden Stoffe als solche oder in Gemischen in das Einstufungs- und Kennzeichnungsregister melden (Art. 39 ff).

Die Signalwörter nach der GHS-Verordnung (Art. 20, Anhang I) heißen in deutscher Sprache "Gefahr" (für engl. Danger) und "Achtung" (für engl. Warning).

Die Gefahrenhinweise (Art. 21) für die Kategorien der akuten Toxizität sind wie folgt ins Deutsche übersetzt worden (Anhang I, Tabelle 3.1.3) :

Kategorien 1 + 2: Lebensgefahr bei …(Verschlucken, bei Hautkontakt, Einatmen).

Kategorie 3: giftig bei…(Verschlucken, bei Hautkontakt, Einatmen).

Kategorie 4: gesundheitsschädlich bei …(Verschlucken, bei Hautkontakt, Einatmen).

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