Ergebnisse der IHK-Konjunkturumfrage im Herbst

Noch befindet sich die Wirtschaft in einer überwiegend guten Verfassung. Die Erwartungen der Betriebe mit Blick auf die kommenden Monate deuten jedoch auf eine spürbare Abschwächung des Konjunkturverlaufs hin. Dies geht aus der aktuellen Konjunkturumfrage der Niederrheinischen Industrie- und Handelskammer Duisburg-Wesel-Kleve hervor, an der sich über 270 Unternehmen aller Branchen mit fast 40.000 Beschäftigten beteiligt haben. IHK-Hauptgeschäftsführer Dr. Stefan Dietzfelbinger: „Der Zenit ist überschritten, das Wachstum verlangsamt sich. Von einer Rezession kann jedoch keine Rede sein.“


Laut IHK-Umfrage liegt der Anteil der Betriebe, die für ihre Geschäftslage das Prädikat „gut“ vergeben, mit 42 % nur geringfügig niedriger als im Frühsommer (48 %). Hinzu kommen weitere 48 %, die immerhin „zufrieden“ sind. Vor allem die Industrie berichtet über eine gute Geschäftssituation, aber auch im Handel und im Dienstleistungsgewerbe überwiegen die positiven Stimmen. Allerdings ist der IHK-Konjunkturklimaindex, der Lage und Erwartungen zusammenfassend widerspiegelt, erstmals seit fast drei Jahren wieder gesunken. Er liegt aktuell bei 115 Punkten (Frühsommer: 131).

Betriebe rechnen mit Abschwächung

Den Einschätzungen der Betriebe zufolge wird die Konjunktur sich in den nächsten Monaten deutlich abschwächen. Der Anteil der Befragten, die eher von einer weiteren Aufwärtsentwicklung ausgehen (19 %), hat sich im Verlauf der letzten Monate fast halbiert (Frühsommer: 34 %). Hingegen hat sich die Zahl der Skeptiker nahezu verdoppelt – von 10 auf 19 %. Damit halten sich Optimisten und Pessimisten derzeit die Waage. Es bestehen bei den Unternehmen Zweifel, dass die Schuldenkrise im Euroraum sowie die Unsicherheiten auf den Finanzmärkten in absehbarer Zeit bewältigt werden können. Hinzu kommen steigende Energie- und Rohstoffkosten.

Binnennachfrage lässt nach

In der Industrie verbuchte zu Jahresbeginn noch jeder zweite Betrieb (49 %) steigende Aufträge aus dem Inland. Aktuell trifft dies auf lediglich jedes vierte Unternehmen zu (23 %). Gleichzeitig hat sich der Anteil der Industriebetriebe mit rückläufigen Inlandsbestellungen auf 20 % verdoppelt. Im Einzelhandel halten sich Unternehmen mit steigenden und rückläufigen Umsätzen in etwa die Waage (34:37 %). Im Großhandel überwiegen deutlich die positiven Stimmen (56:16 %). Dies gilt auch für die Dienstleistungsunternehmen (49:17 %).

Geringere Dynamik im Exportgeschäft

Die Turbulenzen in Europa, Schwierigkeiten in den USA sowie die Verunsicherung auf den Finanzmärkten hinterlassen Spuren im Auslandsgeschäft. So berichten derzeit noch 29 % der Industriebetriebe über steigende Aufträge aus anderen Ländern (Jahresbeginn: 37 %). Gleichzeitig hat sich der Anteil der industriellen Exportunternehmen mit rückläufiger Auslandsnachfrage nahezu verdreifacht – von 10 auf 27 %.


Das schlägt sich auch in den Exporterwartungen nieder. Kamen zu Jahresbeginn in Industrie, Handel und Dienstleistungen auf jeden Pessimisten, der von sinkenden Exporterlösen ausging (5 %), immerhin sechs Optimisten, so ist das Verhältnis derzeit in etwa ausgeglichen (14:17 %). Das Gros mit rund 70 % der am Exportgeschäft beteiligten Unternehmen geht aber von einem gleichbleibenden Verlauf des Auslandsgeschäftes aus.

Unternehmen planen vorsichtiger

Die Unternehmen beginnen, ihre Investitionsplanungen für das nächste Jahr an die veränderten Rahmenbedingungen anzupassen. So beabsichtigt derzeit jedes vierte Unternehmen (25 %), sein Investitionsbudget auszuweiten, jedes sechste (16 %) wird es voraussichtlich einschränken. Daraus ergibt sich insgesamt eine weiterhin positive Investitionsneigung. Zu Jahresbeginn belief sich dieses Verhältnis jedoch noch auf 30:11 %. Die Investitionen werden weiter zunehmen, doch lässt die bisherige Dynamik nach.

Arbeitsmarkt erweist sich als robust

Zahlreiche Betriebe haben in den letzten zwei Jahren ihren Personalbestand erhöht. Wie bereits im Frühsommer gehen auch jetzt nur 12 % der Unternehmen davon aus, dass sich ihre Belegschaftszahl in den nächsten Monaten verringert. 18 % wollen zusätzliche Arbeitsplätze einrichten. Dies waren allerdings im Frühsommer noch 28 %. Weitere 70 % halten ihre Beschäftigtenzahl stabil. Damit erweist sich die Beschäftigungssituation noch als robust.

(18. Oktober 2011)

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