Der Niederrhein in Zahlen 2016/2017

(23. Juni 2017) Sieben Prozent der Bevölkerung in Nordrhein-Westfalen leben am Niederrhein, die Bruttowertschöpfung je Erwerb-stätigen ist im Produzierenden Gewerbe um 4.000 Euro höher als im gesamten Bundesland, 35 Prozent des deutschen Stahls werden am Niederrhein produziert. Der Nie-derrhein ist ein bemerkenswerter und manchmal auch unterschätzter Standort – das zeigen diese und viele weitere Zahlen in dem Statistikbericht „Der Niederrhein in Zahlen 2016/17“, herausgegeben von der Niederrheinischen In-dustrie- und Handelskammer Duisburg-Wesel-Kleve.


Neun Prozent der gesamten Rohstahlerzeugung innerhalb der Europäischen Union entfallen auf den Niederrhein. Damit wird hier mehr Stahl produziert als in Großbritannien. „Der Nieder-rhein ist nach wie vor der größte Stahlstandort in Europa“, so IHK-Statistikexpertin Susanne Hoß. „Die Unternehmen am Niederrhein stehen jedoch aufgrund der Billigimporte aus Asien und der steigenden energiepolitischen Auflagen in Eu-ropa zunehmend unter Druck.“ Die Hälfte der Weltproduktion kommt mittlerweile aus China. Am Niederrhein sind mehr als 18.000 Arbeitsplätze direkt von der Stahlproduktion abhängig. Hinzu kommen tausende indirekte Arbeitsplätze. „Die Statistik zeigt, welche Bedeutung energie- und handelspolitische Ent-scheidungen für den Niederrhein haben“, so Hoß.


Industrieprodukte sind international gefragt.

Der Niederrheiner gilt als bodenständig. Für viele Betriebe des Produzierenden Gewerbes gilt aber längst: Sie sind mit dem Niederrhein verflochten, aber in der Welt zu Hause. Die Veröffentlichung „Der Niederrhein in Zahlen 2016/2017“ zeigt, dass das Auslandsgeschäft für viele Industriebetriebe eine wichtige Einnahmequelle ist. In Duisburg wird rund ein Drittel des Gesamtumsatzes im Ausland erzielt. Die Unternehmen im Kreis Wesel und Kreis Kleve sind noch stärker exportorientiert. Hier machen die Exporte rund die Hälfte des jährlichen Umsatzes aus. Verantwortlich für die herausragende Bedeutung des Auslandsgeschäfts sind insbesondere die chemische Industrie und der Maschinenbau. „Der Freihandel innerhalb Europas ist und bleibt für diese Unternehmen von existenzieller Bedeutung“, so Hoß.


Arbeitslosigkeit im Sinkflug.

In 2017 werden Monat um Monat geringere Arbeitslosenzahlen verbucht. Die gute Konjunktur macht sich bemerkbar. Im Vorjahresvergleich hat die Anzahl an Personen ohne Beschäftigung im Mai in Duisburg um 1,3 Prozent, im Kreis Wesel um 1,4 Prozent und im Kreis Kleve sogar um 1,6 Prozent abgenommen. Eine Herausforderung bleibt jedoch der hohe Anteil an Langzeitarbeitslosen: 44 Prozent sind seit mindestens einem Jahr auf Jobsuche.


Eine weitere Herausforderung zeigt sich mit Blick auf die Finanzsituation der Kommunen. Immer mehr Kommunen drehen an der Steuerschraube, um ihre Haushaltslücke zu schließen. „Die Gewerbesteuer ist ein wichtiger Standortfaktor für unsere Unternehmen. Seit 2012 ist sie jedoch lediglich in fünf der 30 Kommunen am Niederrhein konstant geblieben“, so IHK-Statistikexpertin Susanne Hoß. „Die Haushaltskonsolidierung bleibt für viele Städte und Gemeinden eine zentrale Aufgabe.“


Die Broschüre steht im Internet zum Download zur Verfügung unter www.ihk-niederrhein.de/Wirtschaftsdaten oder kann kostenlos bestellt werden. Kontakt: Susanne Hoß, Telefon 0203 2821-338, E-Mail hoss@niederrhein.ihk.de.