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Demografiekompass Niederrhein 2030
Die Bevölkerung schrumpft und altert – aber nicht überall gleich stark und gleich schnell.
Wie sich die demografische Entwicklung in der Region konkret darstellt, hat die Niederrheinische Industrie- und Handelskammer Duisburg-Wesel-Kleve in ihrer Studie „Demografiekompass 2030“ untersucht. Für jede einzelne Kommune wird auf Basis von Statistiken und Prognosen eine Fülle von Daten und Fakten präsentiert.
IHK-Hauptgeschäftsführer Dr. Stefan Dietzfelbinger: „Die Zahlen machen deutlich, vor welchen deutlichen Herausforderungen wir am Niederrhein stehen.“
Der Demografiekompass zeigt Gemeinsamkeiten, aber auch unterschiedliche Entwicklungen in den einzelnen Städten, Gemeinden und Teilregionen auf. Beispiel Duisburg: Hier ist die Einwohnerzahl schon seit Mitte der 90er Jahre rückläufig. Im Kreis Wesel hingegen begann der Schrumpfungsprozess erst zehn Jahre später. Der Kreis Kleve dagegen wächst seit 1990 kontinuierlich – ein Trend, der sich voraussichtlich auch in den nächsten 20 Jahren fortsetzen wird. Nicht nur das: Die Menschen im Kreis Kleve sind im Vergleich auch jünger. Demnach wird Straelen im Jahr 2030 die „jüngste“ und Hünxe die „älteste“ Gemeinde am Niederrhein sein. In Duisburg sowie im Kreis Wesel liegt das Durchschnittsalter etwas höher als im NRW-Landesdurchschnitt.
Demografiebedingte Konsequenzen ergeben sich unter anderem auch für die Wirtschaft und den Arbeitsalltag der Beschäftigten. Eine besondere Herausforderung für die Unternehmen, so die IHK, sei der Rückgang der Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter. Während die Einwohnerzahl in der Region bis 2030 um fünf Prozent zurückgeht, ist der Verlust in der Altersgruppe der Erwerbstätigen fast dreimal so hoch (14 Prozent).
Unternehmen müssten sich daher gezielt auf den Fach- und Führungskräftebedarf sowie veränderte Kundenanforderungen einstellen. IHK-Hauptgeschäftsführer Dietzfelbinger: „Schon heute sieht jedes vierte Unternehmen am Niederrhein im Fachkräftemangel ein Risiko für die weitere wirtschaftliche Entwicklung.“ Dabei, so die IHK, werde sich die Situation in den nächsten Jahren weiter verschärfen. Wenn die zahlenstarken Jahrgänge in den Ruhestand gehen, müssten die Unternehmen auf einen Schlag zahlreiche Stellen neu besetzen.
Um sich für diese Herausforderung zu wappnen, sollten sich die Betriebe verstärkt mit den Themen Vereinbarkeit von Familie und Beruf, Unternehmenskultur, Führungsstil oder Anreizsystemen für Mitarbeiter befassen. Die Politik sei gefordert, wenn es um die Rahmenbedingungen gehe. Potenzial gebe es bei Frauen, Älteren und Menschen mit Migrationshintergrund. Zudem gelte es, die kommunale Infrastruktur den veränderten demografischen Bedingungen anzupassen. Dazu gehörten auch Kooperationen mit Nachbargemeinden.
