Bürokratie: Unternehmen werden weiter entlastet

Mit dem zweiten Bürokratieentlastungsgesetz entlastet der Gesetzgeber insbesondere kleine und mittelständische Unternehmen. Das Gesetz wurde nach langen Verhandlungen Anfang Juli 2017 im Bundesgesetzblatt verkündet.

Die wesentlichen Regelungen sind:

  • Fristen für die steuerliche Aufbewahrungsfrist von Lieferscheinen werden verkürzt.
  • Vereinfachte Berechnung von Sozialversicherungsbeiträgen: Wenn der tatsächliche Wert für den laufenden Monat nicht bekannt ist, soll die Berechnung auch auf Grundlage des Wertes des Vormonats erfolgen können und im Folgemonat korrigiert werden.
  • Vereinfachte Lohnsteueranmeldung für kleine Unternehmen: Die Grenze für die vierteljährliche Lohnsteuer-Anmeldung wird von 4.000 Euro auf 5.000 Euro Jahreslohnsteuer angehoben.
  • Gesetzliche Absicherung eines Haftungsausschluss in den Fällen des echten Factorings (bislang in Abschnitt 13c.1 Abs. 27 Umsatzsteuer-Anwendungserlass): Entgegen der aktuellen Rechtsprechung des BFH ergibt sich keine Haftung bei Abtretungen i. R. v. Factoring (§ 13c Umsatzsteuer-Anwendungserlass).
  • Anhebung der umsatzsteuerlichen Wertgrenze für Kleinbetragsrechnung von 150 Euro auf 250 Euro nach § 33 Umsatzsteuer-Durchführungsverordnung. Vereinfacht wird hierdurch insbesondere die Abrechnung von Barumsätzen im Handel, da hierbei nicht alle Pflichtangaben bei der Erteilung von Rechnungen zu beachten sind.
  • Anhebung der Grenze für Einzelaufzeichnungen von Wirtschaftsgütern bei Sofortabschreibung von 150 Euro auf 250 Euro (§ 6 Abs. 2 Satz 4 EStG). Aufzeichnungen sind danach nur noch erforderlich, sofern der Wert des Wirtschaftsguts 250 EUR übersteigt.

Die Änderungen gelten rückwirkend zum 1. Januar 2017.

Die in diesem Gesetz diskutierte Anhebung der Geringwertigen Wirtschaftsgüter von 410 Euro auf 800 Euro wird im sogenannten Lizenzschrankengesetz enthalten sein. Weitere Informationen zum Lizenzschrankengesetz finden Sie in unserem Infoletter Steuern von April 2017.