Breitbandförderung für Gewerbegebiete

(19. Mai 2017) Der Bund hat bei seinem Sonderförderprogramm für den Breitbandausbau in Gewerbegebieten nachgebessert. Die Niederrheinische Industrie- und Handelskammer Duisburg-Wesel-Kleve lobt die überarbeitete Fassung und ermutigt die Kommunen, sich zügig um die Bundesmittel zu bewerben. Denn die Breitbandanbindung vieler Gewerbegebiete am Niederrhein ist unzureichend. Gerade im ländlichen Raum in den Kreisen Wesel und Kleve gibt es Defizite. Um den Prozess effizient zu begleiten, plädiert die IHK dafür, lokale Breitbandbeauftragte einzusetzen.


Ein schneller Internetanschluss wird für die Unternehmen am Niederrhein zu einem immer wichtigeren Standortfaktor. In einer Umfrage der Niederrheinischen IHK gaben 78 Prozent der befragten Gewerbetreibenden in den Kreisen Kleve und Wesel an, nicht zufrieden mit ihrem Breitbandanschluss zu sein. Da es in vielen Gewerbegebieten in Deutschland ähnlich aussieht, hat der Bund das Problem Anfang des Jahres aufgegriffen und ein Förderangebot gemacht. Dieses wurde aber nur unzureichend angenommen: „Das Programm war bislang zu bürokratisch. Insbesondere die Voraussetzung, dass 80 Prozent der Grundstückseigentümer sich mit je 2.000 Euro an der Finanzierung des Netzausbaus beteiligen sollten, war eine kaum zu überwindende Hürde“, erläutert Sabine Jürschik, Breitbandexpertin bei der IHK. Jetzt wurde nachgebessert. 


Insgesamt verspricht das Förderprogramm 350 Millionen Euro für den Breitbandausbau in Gewerbegebieten. Ziel ist, jedem Unternehmen in einem Gewerbegebiet zuverlässig Bandbreiten von mindestens einem Gigabit pro Sekunde symmetrisch zu ermöglichen. Maximal kann jedes Gewerbegebiet eine Förderung in Höhe von einer Million Euro erhalten. „Damit die Gewerbegebiete in unserer Region nun von dem Förderprogramm profitieren können, ist Eile geboten. Denn die Mittel werden nach dem Windhundverfahren vergeben“, weist Jürschik hin und appelliert an interessierte Unternehmen, sich schnell an die Kommunen und Kreise zu wenden.


Ebenso wichtig wie die Breitbandförderung sei, genau dort bei den Kommunen und Kreisen einen zentralen Ansprechpartner für den Breitbandausbau zu installieren. „Ein Breitbandbeauftragter ist auch ein Statement dafür, welchen Stellenwert das Thema hat“, erläutert die IHK-Expertin. „Der Kreis Kleve geht da mit gutem Beispiel voran.“