Aktuelle IHK-Branchenumfrage Tourismus

Regionale Tourismusförderung braucht das Mitspracherecht der Wirtschaft / Bettensteuer schadet dem Standort

Die Tourismusunternehmen am Niederrhein blicken zufrieden auf die Saison zurück. Doch droht der konjunkturelle Aufschwung durch zusätzliche finanzielle Belastungen abgebremst zu werden. Kritikpunkte sind hier vor allem die Bettensteuer und die Kulturförderabgabe. Dies geht aus der aktuellen Umfrage der Niederrheinischen Industrie- und Handelskammer Duisburg-Wesel-Kleve hervor.


In ihrer Umfrage bei Unternehmen in Duisburg und den Kreisen Wesel und Kleve hatte die IHK vor dem Hintergrund der gegenwärtigen Diskussion um Bettensteuer, Kulturförderabgabe und Co. einen besonderen Fokus auf die Finanzierung touristischer Aufgaben gelegt. Das Ergebnis zeigt, dass den Unternehmen am Niederrhein die regionale Tourismusförderung ein wichtiges Anliegen ist und sie sich bereits auf verschiedene Weise daran beteiligen. So zahlen mehr als 40 Prozent der Befragten Beiträge an regionale Tourismusorganisationen bzw. an touristisch relevante Kultur- und Heimatvereine. Jeder zweite Betrieb unterstützt örtliche Tourismusvereine, und etwa 67 Prozent beteiligen sich über Sponsoring mit Geld- und Sachleistungen. Die Sponsorengelder fließen beispielsweise in die Unterstützung von Events oder in die Weihnachtsbeleuchtung. Fast 70 Prozent der Befragten waren mit der Verwendung der Mittel zufrieden.


Angesichts der bestehenden Belastungen lehnt es allerdings jedes zweite Unternehmen grundsätzlich ab, einen noch stärkeren Beitrag zu leisten. Wenn überhaupt, dann käme weiteres Engagement nur in Frage, wenn die Mittel zweckgebunden für touristische Zwecke eingesetzt werden und darüber hinaus ein Mitspracherecht der Wirtschaft unter Einbindung aller Branchen im Tourismus gegeben ist.


IHK-Geschäftsführerin Astrid Schulte: „Dies ist eine eindeutige Absage in Richtung Bettensteuer, die ohne Zweckbindung in den kommunalen Haushalt fließt.“ Im Zusammenhang mit der jüngst in Duisburg eingeführten Bettensteuer warnt Schulte: „Die Chancen für den Tourismus durch die Kulturhauptstadt und den Masterplan Tourismus NRW werden durch zusätzliche Belastungen konterkariert. Gäste wie in Duisburg mit einer Bettensteuer zu empfangen, ist der falsche Ansatz und schadet dem Standort.“

(10. Dezember 2010)

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