Gestreckte Abschlussprüfung

Allgemeine Informationen

Bei der Abschlussprüfung in zwei zeitlich auseinander fallenden Teilen (sogenannte “gestreckte Abschlussprüfung”) ersetzt der erste Teil der Abschlussprüfung die Zwischenprüfung. Das

Ergebnis des ersten Teils fließt – im Gegensatz zum Ergebnis der Zwischenprüfung – in das Gesamtergebnis der Abschlussprüfung ein.


Zulassungsvoraussetzungen

Bei der gestreckten Abschlussprüfung zerfällt die Abschlussprüfung in zwei Teile. Für beide Teile müssen die Zulassungsvoraussetzungen erfüllt sein, dass heißt der Auszubildende wird für jeden Teil gesondert zugelassen.

Zum ersten Teil der Abschlussprüfung wird zugelassen,

  1. wer die in der Ausbildungsordnung bis zu diesem Zeitpunkt vorgeschriebene Ausbildungszeit zurückgelegt hat,
  2. wer den vorgeschriebenen schriftlichen Ausbildungsnachweis geführt hat und
  3. wessen Berufsausbildungsverhältnis in das Verzeichnis der Berufsausbildungsverhältnisse eingetragen
  4. ist oder aus einem Grund nicht eingetragen ist, den weder der Auszubildende noch dessen gesetzliche
  5. Vertreter zu vertreten haben.

Zum zweiten Teil der Abschlussprüfung wird zugelassen,

  1. wer die oben genannten Voraussetzungen erfüllt hat und
  2. am ersten Teil der Abschlussprüfung teilgenommen hat.

Konnte ein Auszubildender aus Gründen, die er nicht zu vertreten hat (zum Beispiel Krankheit) am ersten Teil der Abschlussprüfung nicht vor der Entscheidung über die Zulassung zum zweiten Teil teilnehmen, so sind die beiden Teile zeitnah abzulegen. Der erste Teil der Abschlussprüfung muss nicht bestanden sein, um zum zweiten Teil zugelassen zu werden. Es ist lediglich die Teilnahme am ersten Teil erforderlich.


Widerspruch

Ein Widerspruch gegen die gestreckte Abschlussprüfung kann erst nach Erhalt des Bescheids über das Bestehen oder Nichtbestehen der gesamten Abschlussprüfung bei der Industrie- und Handelskammer eingelegt werden.

Nach dem ersten Teil erhält der Auszubildende lediglich eine Mitteilung über die erzielten Noten und keinen widerspruchsfähigen Bescheid. Denn nach Teil 1 ist die Prüfung noch nicht abgeschlossen.

Der Auszubildende muss erst einmal den zweiten Teil ablegen. Dann erhält er von der Industrie- und Handelskammer einen Bescheid (Verwaltungsakt), gegen den er Widerspruch einlegen kann.


Wiederholungsprüfung

Da beide Prüfungsteile (Abschlussprüfung Teil 1 und Teil 2) eine Einheit darstellen, wird das Endergebnis nach Teil 2 festgestellt. Bei Nichtbestehen kann der Prüfling die Prüfung zweimal wiederholen, wobei mindestens ausreichende Leistungen in den einzelnen selbständigen Prüfungsteilen bzw. Prüfungsbereichen anerkannt werden können.

Der erste Teil der Abschlussprüfung kann allerdings nicht vor dem Ablegen von Teil 2 wiederholt werden, da noch kein Gesamtergebnis vorliegt. Die Wiederholung von Teil 1 erfolgt dann zum nächsten Prüfungstermin.

Nimmt der Prüfling an einem Prüfungsteil bzw. Prüfungsbereich entschuldigt nicht teil (z.B. ärztlich attestierte Erkrankung), kann er diesen beim nächsten Prüfungstermin nachholen.