Abkürzung der Ausbildungszeit

Die Ausbildungszeit ist in der Ausbildungsverordnung des jeweiligen Berufes verbindlich festgelegt. Ob und unter welchen Voraussetzungen sie verkürzt werden kann, regelt § 8 des Berufsausbildungsgesetzes (BBiG).

Folgend finden Sie eine Übersicht mit Fragen und Antworten zu dem Thema.

Wann und wie soll der Antrag auf Verkürzung gestellt werden?

Grundsätzlich ist der Antrag auf Verkürzung (12,73 KB) einvernehmlich (Zustimmung durch Betrieb und Azubi) zu Beginn der Ausbildung zu stellen.

Während der Ausbildung ist der Antrag nur dann noch möglich, wenn von der Antragstellung bis zum tatsächlichen Ausbildungsende mindestens noch eine einjährige Ausbildungsdauer verbleibt.

Wird der Antrag erst im Laufe der letzten 12 Monate der Ausbildungszeit gestellt, so wird dieser als Antrag auf vorzeitige Zulassung zur Abschlussprüfung (nach Maßgabe des § 45 Abs. 1 BBiG) behandelt.

Welchen Zeitraum darf die Verkürzung betragen und welche Voraussetzungen gelten hierbei?

Dauer

Voraussetzungen

bis zu 6 Monate

mindestens Fachoberschulreife

bis zu 12 Monate

vor Beginn der Ausbildung über 21 Jahre alt

oder

mindestens Fachhochschulreife

oder

bereits abgeschlossene Berufsausbildung

Bei den oben genannten Voraussetzungen darf die Verkürzung nicht höher als 12 Monate sein.

Inwieweit kann eine bereits abgelegte Ausbildungszeit angerechnet werden?

Bei Fortsetzung der Ausbildung im selben Beruf kann die bisher zurückgelegte Zeit ganz oder teilweise angerechnet werden. Eine sonstige einschlägige Berufstätigkeit kann ebenfalls angemessen berücksichtigt werden.

Können mehrere Verkürzungsgründe kombiniert werden?

Ja, die Ausbildungsdauer darf dabei jedoch folgende Mindestzeiten nicht unterschreiten:

Regelausbildungszeit

Mindestausbildungszeit

42 Monate

24 Monate

36 Monate

18 Monate

24 Monate

12 Monate

Vorzeitige Zulassung zur Prüfung gemäß § 45 Abs. 1 BBiG

Eine weitere Verkürzungsmöglichkeit besteht in der vorzeitigen Ablegung der Abschlussprüfung.

Auszubildende können danach ein halbes Jahr vor Ablauf ihrer Ausbildungszeit zur Abschlussprüfung zugelassen werden, wenn ihre Leistungen im Betrieb und in der Berufsschule dies rechtfertigen. Das ist der Fall, wenn der Auszubildende

-       in der betrieblichen Ausbildung und

-       in den berufsbezogenen Fächern der Berufsschule

jeweils gute Leistungen (Ø mind. 2,49) nachweist.

Die vorzeitige Zulassung muss vom Auszubildenden bei der IHK schriftlich beantragt werden.

Achtung: Bei den industriell-technischen Ausbildungsberufen muss mit dem Antrag auf vorzeitige Zulassung die vollständig ausgefüllte Anmeldung zur Abschlussprüfung eingereicht werden! Bitte denken Sie bei den 3,5jährigen Metall- und Elektroberufen auch an die Angabe des Einsatzgebietes und der Prüfungsvariante.